BAVC-Präsident Voscherau kritisiert EU-Kommission
Stoppt den Angriff auf die Betriebsrenten!

In einem Gastbeitrag für die BILD-Zeitung hat BAVC-Präsident Eggert Voscherau die Pläne der EU-Kommission kritisiert, Pensions­kassen künftig herkömmlichen Versicherungen gleichzustellen und damit den Eigenkapitalbedarf der Pensionskassen erheblich auszuweiten. Voscherau fordert die EU-Kommission auf, ihre Betriebsrenten-Pläne zu stoppen.
 
Wir drucken den Gastbeitrag im Wortlaut:
 
„Stell dir vor, Brüssel befiehlt, alle Pkws mit Lkw-Stoßfängern auszurüsten. Begründung: mehr Sicherheit. Die Folge: Bei jedem Meter schleift der neue Stoßfänger über den Asphalt. Viel zu groß, zu schwer, völlig ungeeignet. Statt zu schützen, bremst er und gefährdet den Verkehr. Der Aufschrei in Deutschland wäre ohrenbetäubend. Autofahrer und Politiker würden alles daran setzen, diesen Unsinn zu verhindern — zu Recht.
 
Kostenexplosion droht
 
In einem ähnlichen, leider ganz realen Fall aus dem Elfenbeinturm der EU-Kommission bleibt der Aufschrei der Politik bisher dagegen sehr verhalten: Die Brüsseler Bürokratie ist dabei, die deutschen Betriebsrenten sturmreif zu schießen. Pensionskassen sollen künftig genauso behandelt werden wie jede x-beliebige Versicherung, obwohl sie eine freiwillige soziale Leistung des Arbeitgebers sind. Das Ergebnis wäre eine Kostenexplosion — mit schwerwiegenden Folgen für die deutschen Betriebsrentner. Worum geht es: Über 12 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Anwartschaft auf eine Betriebsrente von ihrem Arbeitgeber.
 
Eine soziale Leistung der Wirtschaft, eine soziale Errungenschaft, auf die wir stolz sein können. Diese Menschen und ihre Familien bauen für ihre Sicherheit im Alter auf die betriebliche Rente. Ca. 8 Millionen von Ihnen wären von einer Brüsseler Regelung betroffen.
 
Betriebsrenten sind bereits abgesichert
 
Die EU-Kommission will die Betriebe zwingen, mehr Geld zur Seite zu legen. ‚Mehr Sicherheit für die Betriebsrenten durch mehr Eigenkapital‘, so begründet Brüssel seine Pläne. Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, denn in vielen EU-Staaten gibt es überhaupt keine Betriebsrenten. In Deutschland sind Betriebsrenten schon heute doppelt und dreifach abgesichert, z.B. gegen die Pleite eines Unternehmens. Betriebsrenten sind keine Versicherung, sondern eine soziale Leistung. Vorsichtig geschätzt verursachen die Brüsseler Pläne in Deutschland Mehrkosten in zweistelliger Milliardenhöhe, für die die Unternehmen aufkommen müssten. Experten sprechen von über 40 Milliarden Euro Extrakosten. Was hier passiert, ist eine Katastrophe für die deutschen Betriebsrentner: Viele Unternehmen wären gezwungen, Renten zu kürzen, um die Kosten im Griff zu behalten. Andere müssten diese Leistung komplett einstellen.
 
Soziale Errungenschaft steht auf dem Spiel
 
Kommt Brüssel damit durch, zahlt der deutsche Arbeitnehmer mit seiner Rente für eine trügerische Sicherheit, die in Europa niemand braucht. Profitieren würden nur die Versicherungsbranche und die Bürokraten in der Kommission — auf dem Rücken des kleinen Mannes. Arbeitgeber und Gewerkschaften versuchen seit Monaten, Brüssel von diesem Irrweg abzubringen. Aber der Prozess läuft unbeirrt weiter. Dabei steht eine soziale Errungenschaft auf dem Spiel, auf die Millionen Bundesbürger im Alter bauen.“


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