Tarifpolitik und Krisenbewältigung
Kostenentlastung sichert Jobs

Am 16. März 2010 beginnen die regionalen Tarifverhandlungen für die 550.000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie. Zentrales Thema der Chemie-Tarifrunde 2010 ist die Krisenbewältigung, besonders die Sicherung von Beschäftigung. Denn infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Produktion in vielen Unternehmen eingebrochen und der Kostendruck immens gestiegen.

Teure Kurzarbeit

Bislang haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen flächendeckenden Arbeitsplatzabbau in der chemischen Industrie gemeinsam verhindern können. Im Jahresdurchschnitt 2009 ist die Chemie-Beschäftigtenzahl nur halb so stark zurückgegangen wie in der gesamten Industrie. Dieser Erfolg hat die Unternehmen eine Menge Geld gekostet. Allein durch Kurzarbeit sind den Betrieben im Chemie-Tarif 2009 Remanenzkosten von – konservativ gerechnet – einer Viertel Milliarde Euro entstanden. Diesen Ausgaben stehen keine Einnahmen gegenüber, da entsprechend weniger produziert wurde. Darüber hinaus haben die Chemie-Beschäftigten trotz Krise ein tarifliches Reallohnplus verbuchen können. Die Entgelte wurden 2009 um 3,3 Prozent angehoben – parallel zu einem unerwartet dramatischen Produktionsminus von zehn Prozent.

Wachsende Herausforderungen

Die Arbeitgeber wollen ihre Belegschaften weiterhin stabil halten. Aber die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wachsen, zumal wichtige Instrumente wie die Kurzarbeit auf Dauer zu teuer sind. Die Tarifparteien müssen die Sicherung von Jobs daher mit einer Entlastung der Unternehmen verbinden.

Dauerhafte Belastungen vermeiden

Jede Branche muss dabei ihren eigenen Weg gehen. Für die Chemie gehört dazu, die tariflichen Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld zu überprüfen. Für Entgeltsteigerungen ist derzeit kein Spielraum vorhanden. Wer die gemeinsamen Erfolge bei der Sicherung von Beschäftigung fortsetzen will, muss nun alles tun, um dauerhafte Kostenbelastungen zu vermeiden. Steigende Fixkosten und sichere Jobs in der Krise: Diese Rechnung geht nicht auf.



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