Die Krise als Test

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hat sich der Hauptgeschäftsführer des BAVC, Hans Paul Frey, skeptisch zur Chemie-Konjunktur geäußert.

 

Auf Sicht fahren

 

Die Chemie-Arbeitgeber rechnen nicht damit, dass sich die Lage der Branche bald bessern wird.

'Seit Oktober hat sich die Situation verschlechtert. Wir können nicht beurteilen, wann es wieder besser wird', sagte Frey im FAZ-Gespräch. Verhältnismäßig gut aufgestellt seien derzeit noch die Pharma-Industrie sowie die Hersteller konsumnaher Güter wie Waschmittel oder Körperpflegeprodukte. Dagegen seien die Segmente Grundstoffchemie und Automobilzulieferer heftig von der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen.

 

Arbeitsplatzabbau bleibt ultima ratio

 

'Die Krise ist ein wichtiger Test für die Sozialpartnerschaft mit der Gewerkschaft', sagte Frey. Da Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam daran interessiert seien, Standorte und Beschäftigung zu erhalten, werde man die aktuelle Belastungsprobe bestehen können.

Bereits im November 2008 hatten sich BAVC und IG BCE darauf verständigt, dass betriebsbedingte Kündigungen nur als ultima ratio in Betracht kommen (Informationsbrief 12/2008). Zuvor gilt es, den Instrumentenkasten des flexiblen Chemie-Tarifwerks zu nutzen.

 

Flexi-Nutzung nimmt zu

 

'Diese Instrumente haben in Zeiten guter Konjunktur ein Schattendasein geführt. Nun steigt ihre Nutzung'. Neben Kurzarbeit werde mittlerweile auch der Arbeitszeitkorridor mit einer Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden (Chemie West) verstärkt genutzt. Des Weiteren ist die Reduzierung der Entgelte um bis zu zehn Prozent sowie eine Kürzung der tariflichen Jahresleistung (Weihnachtsgeld) möglich.

'Und wenn das nicht reicht, können firmenbezogene Verbandstarifverträge abgeschlossen werden, die noch größere Spielräume eröffnen', erläuterte der BAVC-Hauptgeschäftsführer.

 

Kein Freibrief für Staatsbeteiligungen

 

Kritisch steht Frey zu einer allgemeinen Ausweitung des Staatseinflusses in der Wirtschaft. Zwar seien Bürgschaften hier und da notwendig. Es bestehe allerdings ein großer Unterschied zu direkten Staatsbeteiligungen. Eine generelle Beteiligung des Staates an betroffenen Unternehmen lehnte der BAVC-Hauptgeschäftsführer ab. 'Wir wollen uns nicht vom marktwirtschaftlichen System verabschieden', betonte Frey im Hinblick auf die aktuelle Diskussion.



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