IG BCE-Forderungsempfehlung
Weit über das Ziel hinaus

6 bis 7 Prozent mehr Geld für die 550.000 Beschäftigten in den 1.900 Betrieben der chemischen Industrie: So lautet die Empfehlung des IG BCE-Hauptvorstandes für die Tarifrunde 2011. Die Chemie-Arbeitgeber haben die Forderungsempfehlung in aller Form zurückgewiesen. In der aktuellen Situation „Aufschwung“-Tarifverträge mit Zahlen jenseits der Realität zu fordern, sei fahrlässig, kritisierte BAVC-Hauptgeschäftsführer Hans Paul Frey. „Die IG BCE schießt mit ihren Forderungen weit über´s Ziel hinaus.“

IG BCE muss Bodenhaftung behalten

„Die IG BCE muss darauf achten, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Sie darf jetzt nicht den Fehler machen, sich von den außergewöhnlichen Zahlen aus dem Jahr 2010 blenden zu lassen“, so der BAVC-Hauptgeschäftsführer weiter. Diese Zahlen seien lediglich ein Spiegel des dramatischen Einbruchs 2009. Von der Krise erhole sich die Branche zum Glück schneller als alle Experten erwartet haben. „Aber damit ist noch nichts gewonnen. Einen echten Aufschwung mit Zuwächsen gegenüber dem Vorkrisenniveau gibt es schlicht und einfach nicht“, betonte Frey.

Kein echter Aufschwung

Die Chemie-Arbeitgeber weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Bild der Branche uneinheitlich ist. Frey: „Teile der Chemie sind noch nicht so weit im Aufholprozess vorangeschritten oder leiden unter strukturellen Problemen. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen sind oft noch nicht aus dem Gröbsten raus. Und die machen über 80 Prozent unserer Mitgliedschaft aus.“

Frey: „Wir verhandeln für das Jahr 2011“

An die Gewerkschaft gerichtet forderte der BAVC-Hauptgeschäftsführer, „dass die IG BCE augenblicklich auf die Euphoriebremse tritt.“ Es brauche jetzt eine Normalisierung der Erwartungen. „Vor allem muss deutlich werden, dass wir für das Jahr 2011 verhandeln. Die außergewöhnlichen Jahre 2009 und 2010 sind tarifpolitisch abgehakt“, stellte Frey klar. Die Chemie-Arbeitgeber erwarten eine schwierige Tarifrunde.



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