Energiewende
Viele offene Fragen

Die sichere und bezahlbare Versorgung mit Energie und Rohstoffen ist eine grundlegende Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Die Bundesregierung hat auf das Reaktorunglück in Fuku­shima mit der sofortigen Abschaltung von 8 Kernkraftwerken reagiert und die Laufzeit der übrigen 9 AKWs bis maximal 2022 begrenzt. Damit ist der Zeitplan der Energiewende in Deutschland politisch festgelegt.
Entscheidend sind nun aber ein professionelles Projektmanagement und die konkrete Umsetzung: Wird es genügend Gas- und Kohlekraftwerke für die Grundlastversorgung geben? Wie gelingt der erforderliche massive Ausbau der Stromnetze? Welche Kosten kommen auf die privaten und industriellen Verbraucher zu und wie lassen sich diese begrenzen?
 
Verantwortung für Standort und Beschäftigung
 
Eines steht fest: Der weltweit singuläre Weg, den Deutschland mit dieser Energiewende einschlägt, ist mit großen Herausforderungen und einer Vielzahl offener Fragen verbunden.
Deren schnelle und nachhaltige Beantwortung ist für die energieintensive chemische Industrie von zentraler Bedeutung. Denn eine zuverlässige Versorgung mit Grundlaststrom und international wettbewerbsfähige Strompreise sind für die Chemie-Industrie unabdingbar, zumal Deutschland schon jetzt das Land mit den zweithöchsten Strompreisen in Europa ist. Dabei gilt: Steigende Kosten und erhöhte Unsicherheit sind Gift für Investitionsentscheidungen und Konjunktur.
 
Die Kosten des Ausstiegs
 
In die Gesamtrechnung der Politik müssen alle Faktoren für die Energiekosten einfließen. Dazu gehören neben der EEG-Umlage auch der EU-Emissionshandel, die Kosten für den Netzausbau sowie die Investitionen in neue Kraftwerke und Stromspeicher.
Wenn die Kernenergie künftig wegfällt, muss sie durch andere Quellen ersetzt werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln geht im Mittel von zusätzlichen Stromerzeugungskosten von über 55 Milliarden Euro aus, die durch die Laufzeitverkürzung der Kernkraftwerke entstehen.
Die Stromverbraucher, ob Privathaushalte oder Unternehmen, müssen zukünftig also mit höheren Strompreisen rechnen. Davon sind insbesondere industrielle Großverbraucher betroffen. Steigende Energiepreise und höhere Kosten für Treibhausgas-Emissionen sind vor allem für jene Branchen relevant, deren Produktion mit einem hohen Energieverbrauch einhergeht, wie etwa die Mineralölverarbeitung, die Chemie oder die Metallerzeugung.
 
Wettbewerbsfähige Industrie...
 
Die energieintensive Industrie in Deutschland benötigt verlässliche Rahmenbedingungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten. Für die Chemie-Branche sind die Beschlüsse zur Energiewende hingegen mit erhöhten Unsicherheiten verbunden. Drohende Versorgungsengpässe und eine unkontrollierte Strompreisentwicklung tangieren die Konkurrenzfähigkeit des Industriestandorts.
Auf die chemische Industrie entfällt rund 7,5 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland. Die staatlichen Belastungen durch Stromsteuer, Emissions­handel und EEG-Umlage addieren sich 2011 in der Chemie laut Berechnung des Verbandes der Chemi­schen Industrie (VCI) auf über 1,3 Milliarden Euro.
 
...braucht verlässliche Rahmenbedingungen
 
Die staatlichen Auflagen verursachen damit fast ein Drittel der gesamten Stromkosten. Weder in der EU noch international gibt es vergleichbare Belastungen.
Der Kostendruck auf die Unternehmen ist bereits heute erheblich und er wird weiter steigen. Die Chemie muss nach VCI-Berechnungen Mehrkosten von 500 Millionen Euro pro Jahr verkraften, wenn der Strompreis um 1 Cent pro Kilowattstunde steigt.
Energie als Kosten- und Wettbewerbsfaktor wird in den kommenden Jahren deshalb weiterhin ganz oben auf der Agenda der Chemie-Unternehmen stehen.


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