Chemie-Konjunktur:
Auch 2014 nur wenig Schwung

Im abgelaufenen Jahr legte die Nachfrage nach Chemie-Produkten nur leicht zu. Die Produktion der chemischen Industrie in Deutschland erhöhte sich 2013 nach ersten Schätzungen lediglich um rund 1,5 Prozent. Die Erzeugerpreise waren rückläufig und sanken um 1 Prozent. Wegen des verschärften Wettbewerbs mussten die Chemie-Firmen gesunkene Rohstoffkosten an ihre Kunden weitergeben. Deshalb legte der Branchenumsatz der Chemie nur geringfügig um 0,5 Prozent auf 187,7 Milliarden Euro zu.
 
Chemie-Prognose 2014
 
Die deutsche Chemie-Branche gewinnt nur zögerlich an Schwung. Für das Jahr 2014 erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) einen Anstieg der Chemie-Produktion von 2 Prozent. Bei einem prognostizierten Rückgang der Chemikalienpreise um 0,5 Prozent dürfte der Umsatz 2014 nur leicht um 1,5 Prozent zulegen. Die Weltwirtschaft habe inzwischen die Talsohle durchschritten, so der VCI. Doch für einen durchgreifenden Aufschwung in der Chemie seien die Signale aus den Exportmärkten derzeit zu schwach.
Damit bleibt die Chemie-Branche weiterhin auf einem spürbar niedrigeren Wachstumspfad als in den Jahren vor der Wirtschafts- und Finanzkrise.
Gestützt wird die Chemie-Konjunktur durch das In­landsgeschäft und ein leichtes Wachstum in Europa. Mit geringeren Wachstumsimpulsen als in den vergangenen Jahren ist dagegen aus Asien und Südamerika zu rechnen. Die Erzeugerpreise werden voraussichtlich weiterhin unter Druck bleiben.
 
Kernindikatoren 2013
 
Nach einem vergleichsweise guten Jahresstart 2013 blieb die Erholung des Chemie-Geschäfts im weiteren Jahresverlauf insgesamt verhalten. Dies zeigt der Blick auf die wirtschaftlichen Kernindikatoren des Jahres 2013.
Die Produktion stieg im Gesamtjahr um rund 1,5 Prozent an. Das Produktionsniveau lag damit immer noch unter dem Wert des Jahres 2007. Erst 2014 wird das Vorkrisenniveau voraussichtlich wieder überschritten. Mit knapp unter 84 Prozent lag die Kapazitätsaus­lastung 2013 annähernd im Normalbereich.
Der Inlandsumsatz stieg mit 1 Prozent leicht an. Das Auslandsgeschäft stagnierte nach vorläufigen Daten hingegen auf dem Vorjahresniveau. Wachstums­impulse aus Brasilien, Indien oder China, aber auch aus den USA sind im Jahr 2013 ausgeblieben. Der Asien-Umsatz sank um 1,5 Prozent, das Lateinamerika-Geschäft war um 3 Prozent rückläufig. Angesichts der nur verhaltenen Nachfrage und des internationalen Wettbewerbsdrucks mussten die Chemie-Unternehmen die gesunkenen Rohstoffkosten an ihre Kunden weiter­geben. Die Chemikalienpreise sanken um 1 Prozent.
Die Zahl der Beschäftigten in der Chemie-Branche nach amtlicher Abgrenzung ist 2013 leicht um ein halbes Prozent auf 436.500 angestiegen und liegt damit über dem Vorkrisenniveau.
 
Risiken bleiben hoch — BIP-Prognosen reduziert
 
Die Risiken für die Konjunktur bleiben hoch. Der unerwartete und deutliche Rückgang der Industrieproduktion in der Euro-Zone zu Beginn des vierten Quartals 2013 zeigt, dass die wirtschaftliche Erholung in Europa weiterhin fragil ist. Einige Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten ein schwaches Winterhalbjahr 2013/2014 — mit negativen Folgen für die deutsche Konjunktur. So haben das Hallenser IWH und das RWI in Essen im Dezember ihre BIP-Prognosen für 2014 reduziert. Sie erwarten nur noch einen Zuwachs um 1,8 Prozent (vorher 2,0) bzw. 1,5 Prozent (vorher 1,9) und damit ein schwächeres Wachstum als bisher angenommen. Die Weltwirtschaft erholt sich zwar, aber die deutschen Exporte entwickeln sich etwas gedämpfter als gedacht, so das RWI. Das dürfte dazu führen, dass die Unternehmen vorsichtiger investieren.
Auch das gewerkschaftsnahe IMK geht nicht von einem selbsttragenden Aufschwung in Deutschland aus und traut der deutschen Wirtschaft nur ein Wachstum von 1,2 Prozent zu, nach einem Plus von lediglich 0,4 Prozent im abgelaufenen Jahr. 


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