Wirtschaftsprognosen 2011
Weniger Wachstum

Deutschland hat im Jahr 2010 einen bemerkenswerten konjunkturellen Aufholprozess erlebt. Nach vorläufi-gen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2010 um 3,6 Prozent gewachsen. Im Vorjahr hatte Deutschland noch die stärkste Rezession der Nachkriegszeit erlebt: Das BIP war um 4,7 Prozent eingebrochen.

Nachlassende Dynamik

Übereinstimmend gehen die wirtschaftswissenschaft-lichen Forschungsinstitute, der Sachverständigenrat und internationale Organisationen davon aus, dass das konjunkturelle Expansionstempo im Jahr 2011 merk­lich geringer ausfallen wird. Die Wachstumsprognosen reichen von 2,0 bis 2,5 Prozent.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutach­tung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, dämpfte allerdings die Erwartungen. Zwar werde das reale BIP 2011 voraussichtlich um 2,2 Prozent steigen. Darin sei aber „ein statistischer Überhang in Höhe von 1,5 Prozent enthalten“, so dass die eigentliche Konjunkturdy­namik nur rund 0,7 Prozent betrage. „Die Bäume werden also konjunkturell gesehen im Jahr 2011 nicht in den Himmel wachsen“, so Franz wörtlich.

Stützende und hemmende Faktoren

Eine stabile Inflationsentwicklung, niedrige Zinsen, ein robuster Arbeitsmarkt sowie Zunahmen beim privaten Konsum und auch bei den Ausrüstungsinvestitionen werden von den Instituten zumeist als stützende Faktoren gesehen. Im Gegensatz dazu bremsen die Abschwächung der Weltkonjunktur und der Spar­kurs in den EU-Ländern eine positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Hinzu kommen steigende Rohstoff- und Energiekosten sowie die Schuldenkrise im Euro-Raum, die als größtes Risiko für eine stabile Wirtschaftsentwicklung gesehen wird.

Die deutsche Wirtschaft, die aufgrund ihrer Export-orientierung besonders von der globalen Rezession betroffen war, profitierte im Gegenzug mehr als andere Wettbewerber von der weltwirtschaftlichen Erholung. Diese globalen Impulse werden im Jahr 2011 aber schwächer sein, da die Gegenreaktion auf den Einbruch bei Produktion und Welthandel mittlerweile weitgehend abgeschlossen sein dürfte.

Das Expansionstempo der deutschen Exporte wird deshalb deutlich niedriger ausfallen als 2010. Zudem wird sich die restriktive Finanzpolitik bremsend auswirken. Vor dem Hintergrund der dramatisch gestiegenen Staatsschulden werden die Regierungen die öffentlichen Ausgaben senken und versuchen, ihre Steuereinnahmen zu erhöhen. All dies schlägt sich in den abgeschwächten Prognosen für 2011 nieder.



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