Chemie-Konjunktur
Auch 2015 kaum Wachstum

Das globale Umfeld für die Chemie-Konjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2014 zunehmend verschlechtert. Die wirtschaftliche Erholung in Europa blieb kraftlos. Auch viele Schwellenländer enttäuschten mit niedrigem Wachstum. Diese Entwicklungen blieben nicht ohne Auswirkungen auf den Industriestandort Deutschland und die deutsche Chemie-Industrie. Die Nachfrage nach Chemikalien im In- und Ausland stieg im abgelaufenen Jahr weniger stark als erwartet.

Jahresziele 2014 nicht erreicht
 
Mit nur mageren Zuwächsen bei Produktion und Umsatz ist das Chemie-Jahr 2014 letztlich erneut hinter den Erwartungen geblieben. Bei insgesamt verhaltener Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen legte die Produktion nach vorläufigen Daten gegenüber dem Vorjahr lediglich um 1,5 Prozent zu. Bei rückläufigen Preisen (minus 1 Prozent) konnte der Chemie-Umsatz nur leicht auf 193,6 Milliarden Euro ausgeweitet werden (plus 1,5 Prozent). Trotz der geringen wirtschaftlichen Dynamik ist die Beschäftigung — nach amtlicher Abgrenzung — erneut um 1 Prozent auf nunmehr 442.500 Beschäftigte leicht angewachsen.
Je nach Geschäftsfeld ist das Jahr 2014 für die Unternehmen sehr unterschiedlich verlaufen — weite Teile der Branche hinken der Entwicklung hinterher. So ist die Herstellung von Petrochemikalien und Polymeren gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent gesunken. Noch schlechter entwickelte sich das Geschäft mit anorganischen Grundstoffen: Hier betrug der Produktionsrückgang sogar 4,5 Prozent. Damit mussten alle Grundstoffsparten ihre Produktion drosseln. Im Gegensatz dazu belebten sich die Geschäfte mit Fein- und Spezialchemikalien (plus 4 Prozent) sowie mit Pharmazeutika (plus 5 Prozent) im Jahresverlauf spürbar, während die konsumnahen Chemikalien, wie der Branchenschnitt bei Produktion, um 1,5 Prozent zulegen konnten.
Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen Weltkonjunktur und einer Ausweitung der Fördermengen gab der Rohölpreis im zweiten Halbjahr 2014 spürbar nach. Im Jahresschnitt verbilligte sich Rohöl um 10 Prozent. Durch die zeitgleiche Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar fiel die Entlastung bei den Rohstoffkosten allerdings deutlich niedriger aus. Rohbenzin, als wichtigster Rohstoff der deutschen Chemie-Industrie, verbilligte sich daher nur um 2 Prozent. Um ihre Kapazitäten bei stockender Nachfrage ausreichend auslasten zu können, gaben die Chemie-Unternehmen die gesunkenen Rohstoffkosten an ihre Kunden weiter. Deshalb sanken die Chemikalienpreise im Jahr 2014 um 1 Prozent.
 
Prognose 2015: erneut nur leichte Zuwächse
 
Das konjunkturelle Umfeld mahnt zur Vorsicht — der Ausblick fällt entsprechend verhalten aus. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) erwartet für 2015 einen leichten Zuwachs der Chemie-Produktion um 1,5 Prozent. Bei rückläufigen Erzeugerpreisen (minus 0,5 Prozent) könnte der Umsatz um 1,5 Prozent zulegen.
Die Prognose geht von einer weiterhin robusten Inlandsnachfrage nach Chemie-Erzeugnissen aus und setzt darauf, dass sich die wirtschaftliche Situation in der Eurozone weiter stabilisiert. Die Chemie-Ausfuhren sollten insgesamt zulegen, allerdings blieben die Wachstumsraten mäßig. Mit einer raschen Belebung in den kommenden Monaten rechnet der VCI daher nicht.


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