Flexible Übergänge:
Chemie bietet vielfältige Optionen

Die Gestaltung flexibler Übergänge ist derzeit in aller Munde. Auf politischer Ebene beschäftigt sich aktuell eine Arbeitsgruppe der Großen Koalition mit dem Thema. Die Chemie-Sozialpartner haben flexible Übergänge schon vor Jahren auf ihre Agenda gesetzt — mit Erfolg, wie die Auswertung der aktuellen Umfrage zur Verwendung der Demografiefonds zeigt. Demnach nutzen die Betriebe der chemischen Industrie die vorhandenen tariflichen Instrumente umfassend, aber entsprechend des jeweiligen Bedarfs, der durchaus unterschiedlich ist.

Der Tarifvertrag »Lebensarbeitszeit und Demografie« ermöglicht eine Verwendung des betrieblichen Demografiefonds unter anderem für Langzeitkonten, Altersteilzeit, Teilrente oder die Chemie-Modelle »RV 80«, bei denen die Arbeitszeit entweder beim Übergang in den Ruhestand oder in bestimmten Lebensphasen, zum Beispiel Elternzeit, Pflegezeiten oder Weiterbildung, auf 80 Prozent reduziert wird.
 
Langzeitkonten weit verbreitet
 
In der chemischen Industrie bieten 32 Prozent der Betriebe Langzeitkonten an. Zum Vergleich: Nach Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegt die bundesweite Verbreitung lediglich bei zwei Prozent. 38 Prozent der Tarifbeschäftigten in der Chemie nutzen derzeit aktiv ein Langzeitkonto.
 
Die Verbreitung von Langzeitkonten nach Größenklassen der Betriebe zeigt, dass vor allem größere Betriebe ihren Beschäftigten die Möglichkeit einräumen, ein Langzeitkonto zu führen. Aber auch in sehr kleinen Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten bieten bereits 14 Prozent der Betriebe ein Langzeitkonto an.
 
Altersteilzeit: häufiger echte Teilzeit
 
Den pauschalen Anspruch auf Altersteilzeit haben die Chemie-Sozialpartner bereits 2008 durch den Tarifvertrag »Lebensarbeitszeit und Demografie« komplett ersetzt. Dieser beinhaltet aber die Option für eine modernisierte Altersteilzeit. Hier hat die Umfrage ergeben, dass in knapp 40 Prozent der Betriebe der chemischen Industrie aktuell Altersteilzeitverhältnisse bestehen, insgesamt rund 9.100, die fast ausschließlich im Blockmodell durchgeführt werden. Derzeit bieten 18 Prozent der Betriebe Altersteilzeitverträge an, davon 61 Prozent ausschließlich das Blockmodell, 35 Prozent beide Modelle und 5 Prozent nur das Teilzeitmodell. Es lässt sich also eine schrittweise Verschiebung zugunsten des Teilzeitmodells feststellen. Auch degressive Formen der Arbeitszeitverteilung sind bei diesem tariflichen Altersteilzeitmodell möglich.
 
Weitere Optionen in der Chemie
 
Mit dem Tarifabschluss 2012 wurde das Chemie-Modell »RV 80« zur Reduzierung der Arbeitszeit um 20 Prozent eingeführt. Viele Betriebe nutzen den Demografiebetrag 2 für »RV 80«: Mit einer Verbreitung von 16 Prozent der Betriebe (27 Prozent der Tarifbeschäftigten) wird dieses Modell gut angenommen. Zusätzlich wird von rund einem Prozent der Betriebe (10 Prozent der Tarifbeschäftigten) der Demografiebetrag 1 für »RV 80« eingesetzt. Keine große Rolle in der Praxis spielt dagegen die ebenfalls tariflich geregelte Möglichkeit, die Demografiebeträge für die Förderung der Inanspruchnahme der gesetzlichen Teilrente zu verwenden.


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