Rentendebatte:
Alterssicherung zukunftsfähig gestalten

Wer in den letzten Monaten eine Zeitung aufgeschlagen hat, kam um das Thema Rente kaum herum. Und es gilt als sicher, dass die Rente eines der großen Themen der nächsten Legislaturperiode wird.

Viele nehmen das zum Anlass, die Festschreibung des Rentenniveaus für die Zukunft zu fordern. Begründet wird die Forderung zumeist mit drohender Altersarmut. Welche Kosten entstehen und wer diese zu tragen hat, spielt kaum eine Rolle in der Debatte. Dabei kostet die Festschreibung des Rentenniveaus auf 46 Prozent bis 2045 in der Summe über 380 Milliarden Euro zusätzlich. Ab 2045 werden rund 90 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr veranschlagt.

Kein spürbarer Mehrwert…

Bei den Forderungen nach einem festgeschriebenen Rentenniveau wird meist ignoriert, dass dieses nicht vor Altersarmut schützt, sondern es Beziehern von geringen Renten bereits an erworbenen Rentenpunkten mangelt. Die wichtigste - und einzige finanzierbare - Möglichkeit, für ein ausreichendes Einkommen im Alter vorzusorgen, ist der Erwerb von Rentenpunkten durch eine bezahlte Berufstätigkeit. Anders formuliert: Wer in seinem Erwerbsleben nur sporadisch rentenversicherungspflichtig gearbeitet hat, bekommt am Ende kaum Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Das gilt unabhängig davon, ob ein Rentenpunkt 30,45 Euro wert ist oder 33,50 Euro. Denjenigen, die von Altersarmut bedroht sind, kommt die geforderte Maßnahme am Ende daher nicht oder jedenfalls nicht in spürbarem Maße zu Gute, während Bezieher von höheren Renten von einer solchen Festschreibung erheblich profitieren würden.

…aber erhebliche Kosten

Die Folge einer solchen Rentenpolitik wäre ein erheblicher Anstieg der Beitragssätze. Mit der Festschreibung des Rentenniveaus auf 46 Prozent ginge eine Anhebung des Rentenbeitragssatzes auf 25,8 Prozent einher. Wollte man das Rentenniveau gar bei 53 Prozent festschreiben, läge der Rentenbeitragssatz bei 29,4 Prozent, also über 10 Prozentpunkte höher als er heute bereits liegt. Solche hohen Beiträge belasten Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen. Steigerungen des Rentenbeitragssatzes führen zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und bergen das Risiko, dass Unternehmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern müssen.

Kein Reformbedarf

Es bleibt dabei, dass an der Erhöhung des Renteneintrittsalters und der gesetzlich festgelegten Absenkung des Rentenniveaus aus demografischen Gründen kein Weg vorbeiführt. Eine Änderung ist weder nötig noch langfristig finanzierbar. Das Rentenzugangsalter muss die demografische Entwicklung widerspiegeln und darf nicht als Wunschkonzert missbraucht werden, um eine bestimmte Wählerklientel für sich zu gewinnen. Darüber hinaus brauchen betriebliche und private Altersvorsorge attraktive Rahmenbedingungen, um sinkende Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung wirksam kompensieren zu können.



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