Europäischer Chemie-Verband Cefic: Impulse gegen die Krise

Der europäische Wirtschaftsverband der chemischen Industrie (Cefic) hat kürzlich die konjunkturelle Lage der Europa-Chemie als zunehmend kritisch beurteilt. Cefic hat in diesem Zusammenhang das Ende letzten Jahres auf den Weg gebrachte Europäische Konjunkturprogramm der EU-Kommission grundsätzlich begrüßt und Empfehlungen gegeben, wie dieses Programm mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden kann.

Da die chemische Industrie am Anfang der Wertschöpfungskette steht, haben auch für die Bauindustrie und die Automobilindustrie vorgesehene Hilfsmaßnahmen positive Rückwirkungen.
 
Cefic stellt acht Punkte heraus:
 
1. Finanzierungssituation
 
Cefic fordert von den zuständigen nationalen Behörden eigentlich Selbstverständliches: die rechtzeitige und beschleunigte Rückzahlung von Mehrwertsteuerguthaben, die schnelle Realisierung von zugesagten Unterstützungen im Bereich Forschung und Entwicklung sowie gegebenenfalls auch die Übernahme von Kreditbürgschaften. Dass die öffentlichen Haushalte pünktlich ihre Rechnungen gegenüber den Lieferanten begleichen sollen, wird ebenfalls hervorgehoben. Cefic spricht sich zudem für das Vorziehen von Investitionen aus sowie für staatlich unterstützte Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter.
 
Ein besserer Zugang zum Globalisierungsfonds wird ebenso angemahnt wie Aktionen der EU-Kommission gegen Dumping- oder Exportsubventionsmaßnahmen der außereuropäischen Konkurrenz.
 
2. Umweltpolitik
 
Cefic spricht sich für die finanzielle Unterstützung oder steuerliche Begünstigung neuer Umweltschutztechnologien und neuer Produktionsprozesse aus. Damit könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: wachstumsfördernde Investitionen, die zugleich positive Umweltauswirkungen hätten.
 
3. Energie-Effizienz
 
Angesprochen ist hierbei insbesondere die Steigerung der Energie-Effizienz im Wohnungsbau. Dazu können Bau- und Dämmstoffe aus der chemischen Industrie einen wichtigen Dienst leisten. Die Reduzierung des Elektrizitätsverbrauchs sowie der Einsatz erneuerbarer Energien wird von Cefic ebenfalls als förderliche Maßnahme angesehen.
 
4. 'Green Cars'
 
Die chemische Industrie kann einen großen Beitrag zur so genannten „Green-Car-Initiative“ leisten, zum Beispiel was den Benzinverbrauch angeht. Dies kann über Gewichtsreduzierung der Autos, verbesserte Motoren, Einsatz von Filtertechnologie sowie durch bessere Reifen zur Verminderung von Rollwiderständen bewirkt werden.
 
5. Innovation
 
Hierzu verweist Cefic auf Ergebnisse der High-Level-Group zur Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in Europa. Dabei geht es im Kern um finanzielle Unterstützung für Nachhaltigkeitsprojekte (Demonstrations- bzw. Pionieranlagen), um die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie um die Verbreitung neuer Technologien.
 
6. Erneuerbare Rohstoffe
 
Diverse Einfuhrrestriktionen, deren Beseitigung Cefic fordert, hemmen den verstärkten Einsatz von Biomasse wie Zucker, Stärke, Bio-Ethanol, Talg oder Palmöl.
 
7. Transportinfrastruktur
 
Unterstützt werden Vorhaben zur Verbesserung der Verkehrswege, wobei Cefic besonderen Wert auf Verbindungen zwischen Häfen und Hinterland, zwischen chemischen Clustern und auf Eisenbahnverbindungen legt. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Vervollständigung der Olefinpipelines und anderer Versorgungssysteme angeregt.
 
8. Abbau von Zöllen
 
Cefic drängt die EU-Kommission, sich für einen Zollabbau für den chemischen Sektor weltweit einzusetzen und insbesondere große Länder wie China, Brasilien und Indien einzubeziehen.
 
Den Volltext des Cefic-Papieres finden Sie unter www.bavc.de


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