Chemie-Arbeitskosten im internationalen Vergleich
Deutschland in der Spitzengruppe

Ein internationaler Vergleich der Chemie-Arbeitskosten je Beschäftigtenstunde zeigt, dass die deutschen Arbeitskosten in den vergangenen Jahren geringer gestiegen sind als in vielen Konkurrenzländern. Nach wie vor liegt die deutsche Chemie aber in der Spitzengruppe (siehe Tabelle rechts).

Wie der Vergleich zeigt, war in den meisten anderen Ländern der Anstieg der Chemie-Arbeitskosten zum Teil deutlich höher als in Westdeutschland. Einen Rückgang gab es wechselkursbedingt in Großbritannien und den USA, teils auch in Japan.

Setzt man die westdeutschen Arbeitskosten gleich 100 so zeigt sich, dass fast alle Länder innerhalb des Betrachtungszeitraums um einige Indexpunkte zu der westdeutschen „Benchmark“ aufgeschlossen haben. Der Anpassungsprozess ist insbesondere in den mittel- und osteuropäischen Ländern mit zweistelligen Zuwachsraten erheblich vorangekommen. Auch die ostdeutschen Arbeitskosten haben weiter „aufgeschlossen“ und erreichen inzwischen 66,5 Prozent des westdeutschen Niveaus.

 Noch immer große Abstände

Der Arbeitskostenabstand zu wichtigen Konkurrenzländern ist jedoch nach wie vor erheblich. Gegenüber Frankreich beträgt der Abstand fünf, gegenüber Österreich 15 Indexpunkte. Der Abstand zu Italien beträgt 20, zu Großbritannien und Japan 35 Prozent. Vor allem wechselkursbedingt sind die USA auf nur noch 58 Prozent des westdeutschen Chemie-Niveaus abgerutscht.

Zu den osteuropäischen Ländern Ungarn, Tschechien, Polen und Slowakei, die ebenfalls über namhafte Chemie-Industrien und gut qualifizierte Beschäftigte verfügen, ist der Abstand ebenfalls immer noch enorm. Die ungarischen Chemie-Arbeitskosten liegen bei 30 Prozent der westdeutschen, die tschechischen und polnischen bei rund 24, die der Slowakei sogar nur bei knapp 20 Prozent, obwohl in diesen Ländern der Arbeitskostenanstieg überproportional hoch war.

Entscheidend im Standortwettbewerb

Die Arbeitskosten sind auch in der Chemie ein besonders wichtiger Kostenfaktor. Wenn neue Anlagen errichtet werden, arbeiten diese weltweit mehr oder weniger mit der gleichen Produktivität. Sie werden mit der gleichen Technologie und mit meist gleicher Qualifikation der Mitarbeiter „gefahren“. Bei weltweit homogener Produktivität der Anlagen erhält damit die unterschiedliche Höhe der Arbeitskosten entscheidende Bedeutung im Standortwettbewerb. Dies gilt vor allem in der Eurozone, wo Wechselkursanpassungen zum Kostenausgleich nicht mehr möglich sind.



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