Neuer Ausbildungstarifvertrag:
Vorfahrt für mehr Ausbildungschancen

Ein starkes Signal für die Ausbildungschancen junger Menschen: Mit dem neuen Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ entwickeln die Chemie-Sozialpartner den Ende 2013 ausgelaufenen Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ weiter. Darin bekennen sie sich weiterhin zu dem erfolgreichen Grundsatz „Ausbildung geht vor Übernahme“. Die Tarifpartner setzen auf Eigenverantwortung statt Übernahmezwang. Das stärkt die Unternehmen der chemischen Industrie und verbessert die Einstiegschancen junger Menschen in Ausbildung. Von 2014 bis 2016 sollen jährlich 9.200 Ausbildungsstellen angeboten werden (bislang 9.000). Gleich­zeitig empfehlen die Tarifpartner den Unternehmen, aus Gründen der demografischen Vorsorge langfristige Übernahmeperspektiven für Ausgebildete zu eröffnen, wo immer dies möglich und sinnvoll ist.
 
Bausteine des neuen Tarifvertrags
 
Der neue Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ betrachtet Nachwuchssicherung in der Chemie-Branche ganzheitlich und führt das Förderprogramm für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche (Start in den Beruf, StartPlus), den Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ und den Karrierewegweiser „Berufskompass Chemie“ zu einem Tarifwerk zusammen. Darin integriert ist auch der neue Themenkomplex „Übernahme mit sicherer Perspektive“. Dieser enthält Empfehlungen der Tarifvertragsparteien zur Übernahme von Ausgebildeten, ohne jedoch die unternehmerische Freiheit einzuschränken. Die Entscheidung zur Übernahme bleibt in der Verantwortung der Ausbildungsbetriebe.
Mit der Zusammenführung und Weiterentwicklung der vier Bausteine zur Nachwuchssicherung stärkt der neue Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ das Image der Chemie als nachhaltige Zukunftsbranche. Er trägt dazu bei, qualifizierte Bewerber zu gewinnen und auch jungen Menschen mit weniger guten Startchancen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Der Tarifvertrag macht deutlich, dass die Chemie für eine qualitativ hochwertige Ausbildung mit langfristiger Perspektive steht und damit einen wichtigen Beitrag zur demografischen Vorsorge leistet.
 
Baustein I
Förderprogramm „Start in den Beruf“
 
Die Sozialpartnerinitiative „Start in den Beruf“ richtet sich an Schulabgänger, denen die Eignung zur Aufnahme einer Ausbildung fehlt. Im Rahmen eines betrieblichen Förderprogramms, das bis zu zwölf Monate umfassen kann, sollen sie zur Aus­bildung qualifiziert oder in das Berufsleben eingeglie-dert werden. An der Start-Maßnahme teilnehmen können junge Menschen, die bei Beginn der Eingliederung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mit dem neuen Tarifvertrag wird diese Zielgruppe erweitert: Teilnahmeberechtigt sind nun auch Langzeitarbeitslose ohne branchenspezifische Ausbildung über das 25. Lebensjahr hinaus. Beide Personenkreise werden auf Basis eines betrieblichen Eingliederungsplanes gefördert und erhalten eine monatliche Eingliederungsvergütung von 450 Euro. Auf Antrag kann der Unterstützungsverein der chemischen Industrie (UCI) Start-Teilnehmern eine finanzielle Hilfe zum Lebensunterhalt gewähren.
 
Baustein II
„Zukunft durch Ausbildung“
 
Die langfristige Ausbildungsinitiative „Zukunft durch Ausbildung“ zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in der chemischen Industrie wird fortgesetzt und ausgebaut. Von 2014 bis 2016 sollen jährlich 9.200 neue Ausbildungsstellen angeboten werden (bislang 9.000). Die Tarifpartner gehen davon aus, dass die Unternehmen auch zukünftig über den eigenen Bedarf ausbilden und bekräftigen den Grundsatz, dass Ausbildung vor Übernahme geht. Zur Förderung des dualen Studiums verweist der neue Tarifvertrag auf Empfehlungen der Tarifpartner zur Vertragsgestaltung mit dual Studierenden vom Sommer 2013. Die Empfehlungen beziehen sich auf die Bereiche Studienvergütung, Kostentragung, Freistellung zur Erholung während des dualen Studiums und die Arbeits-/Ausbildungszeit.
 
Baustein III
Übernahme mit sicherer Perspektive
 
Für die chemische Industrie ist die Übernahme der Ausgebildeten ein wichtiges Mittel zur Sicherung qualifizierter und motivierter Fachkräfte. Langfristige Perspektiven sind ein deutliches Signal für junge Menschen, dass sie eine gesicherte und chancenreiche Zukunft in der Chemie-Branche haben. Daher empfehlen die Tarifpartner, den übernommenen Ausgebildeten möglichst einen unbefristeten Arbeitsvertrag anzubieten und nur dann befristet zu übernehmen, wenn dies aus betrieblichen oder persönlichen Gründen sinnvoll ist. Die Entscheidung zur Übernahme bleibt jedoch vollständig in der Verantwortung der Unternehmen. In der Chemie besteht keine tarifliche Übernahmeverpflichtung.
Um den Stand und die Entwicklung der Übernahmesituation in der Chemie-Branche zu erfassen, soll eine gemeinsame Datenbasis der Tarifpartner aufgebaut werden. Analog zur jährlichen Erhebung des Ausbildungsplatzangebotes melden Unternehmen künftig ihre Daten zur Übernahme jeweils bis zum 31. Oktober des Jahres an den zuständigen Chemie-Arbeitgeberverband. Anschließend werden die Ergebnisse in den regional und bundesweit bestehenden „Runden Tischen für Ausbildungsfragen“ überprüft und erörtert, mit welchen Maßnahmen die Ziele des Tarifvertrages gefördert und unterstützt werden können. Zudem bemühen sich die regionalen Runden Tische, Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Betrieben der chemischen Industrie für jene Ausgebildeten zu finden, die von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden konnten.
 
Baustein IV
Berufskompass Chemie
 
Das Angebot „Berufskompass Chemie“ — eine Kombination aus Branchen- und Berufsinformationen im Internet und Vor-Ort-Veranstaltungen der regionalen Sozialpartner — soll zur besseren beruflichen Orien­tierung am Beginn des Arbeitslebens beitragen. Zielgruppe sind Berufseinsteiger innerhalb der ersten drei Jahre nach erfolgreichem Abschluss einer dualen Berufsausbildung oder eines dualen Studiums. Sie erhalten die Möglichkeit, jährlich an Informationsveranstaltungen der regionalen Chemie-Sozialpartner teilzunehmen. In größeren Unternehmen können diese auch als Inhouse-Maßnahme durchgeführt werden.
 
Weitere Informationen
 
Alle Details zum Karrierewegweiser „Berufs­kompass Chemie“ finden Sie auf der Internet­seite www.berufskompass-chemie.de Ebenfalls online verfügbar sind weitere Informationen zum Programm „Start in den Beruf“ unter www.chemie-sozialpartner.de
 


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