Antworten für alle Lebensphasen:
Demografiefeste Personalpolitik

Die demografische Entwicklung in Deutschland ist kein neues Phänomen. Die Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Erwerbspersonenpotenzial und Arbeitsbedingungen sind umfassend erforscht: Unabhängig von konjunkturellen Schwankungen bleibt die Erkenntnis, dass die Belegschaften zunächst altern und anschließend das Arbeitskräftepotenzial ebenso deutlich schrumpfen wird. Selbst eine hohe Zuwanderung, wie wir sie zuletzt erlebt haben, kann dies nur mildern und nicht umkehren.
Aufbauend auf dieser Realität hat Anfang der 2000er Jahre die Politik unter anderem mit der »Rente mit 67« reagiert, um Arbeitsmarkt und Sozialversicherungssysteme funktionsfähig und finanzierbar zu halten. Auch die Tarifvertragsparteien der Chemie haben den Mentalitätswandel mit eingeleitet: Der Tarifvertrag »Lebensarbeitszeit und Demografie« besiegelte 2008 den Abschied vom pauschalen Anspruch auf Altersteilzeit und damit auf Frühverrentung bzw. Arbeitszeitverkürzung im Alter. Die demografische Herausforderung, die sich in jedem Betrieb unterschiedlich darstellt, verlangt heute nach intelligenten und passgenauen Instrumenten mit denen für alle Lebensphasen Antworten gegeben und Beschäftigungsfähigkeit gesichert wird.

Erfolgreichen Weg fortsetzen

Hierzu gehören — wo notwendig — Arbeitszeitentlastung und flexible Übergänge ebenso wie Vorsorge für Alter oder Berufsunfähigkeit und Gesundheitsförderung. Aus diesem Grund stellt der Chemie-Tarifvertrag seit 2010 einen betrieblichen Demografiefonds zur Verfügung, der für Langzeitkonten, Altersteilzeit, Unterstützung der Inanspruchnahme von Teilrente, lebensphasengerechtere Arbeitszeitgestaltung (RV80) oder Altersvorsorge und eine Berufsunfähigkeitsabsicherung genutzt werden kann. Dieser Pfad tariflicher Optionen wird in der Branche zielgenau genutzt (Details hierzu vgl. Impuls-Ausgaben 12/2014 bis 2/2015).
Immer muss dabei fest im Auge behalten werden, dass Demografiefonds und Maßnahmen zur Bewältigung demografischer Herausforderungen mit Kosten verbunden sind. Auch diese sind als Teil der Arbeitskosten mit entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Grundregeln wirtschaftlicher Betrachtungen sind für Demografie-Maßnahmen nicht außer Kraft gesetzt.
Demografiefeste Personalpolitik zielt zudem auch darauf, dass ausreichendes Arbeitszeitvolumen zur Verfügung steht. Verstärkter Ressourcenentzug durch Schritte der Arbeitszeitverkürzung, zum Beispiel im Alter, lässt die Produktivität sinken und stellt die betriebliche Funktionsfähigkeit in Frage. Der eingeleitete Mentalitätswandel hin zu längerem Arbeiten ist eine demografische Notwendigkeit und darf nicht konterkariert werden.
In der aktuellen Chemie-Tarifrunde setzen sich die Arbeitgeber deswegen dafür ein, dass dieser Wandel nicht in Frage gestellt und der 2008 eingeschlagene, erfolgreiche Weg tariflicher Optionen fortgesetzt wird. Die bereits vorhandenen Instrumente sind für die Gestaltung von flexiblen Übergängen und bedarfsgerechter Arbeitszeitentlastungen ebenso ausreichend und wirksam wie für die Vorsorge für Alter oder Berufsunfähigkeit. Bei allen Maßnahmen müssen zudem Arbeitskosten und Arbeitszeitvolumen fest im Blick behalten werden.

 



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