Chemie-Tarifparteien
Schnittmengen und Gegensätze

Tarifpolitik ist nichts für schwache Nerven. Kein Wunder, geht es doch um Einfluss, Interessen und natürlich sehr viel Geld. Allein in der Chemie-Industrie mit ihren 550.000 Beschäftigten wird über eine jährliche Entgeltsumme von rund 25 Milliarden Euro verhandelt. Jedes zusätzliche Lohnprozent bedeutet für die Arbeitgeber Mehrkosten von 250 Millionen Euro pro Jahr. Da muss jeder Schritt genau durchdacht sein, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie-Unternehmen nicht zu gefährden.
 
Klassischer Verteilungskonflikt
 
Jede Tarifrunde stellt aufs Neue die Verteilungsfrage: Wie viel mehr ist gerecht, wie viel mehr ist tragbar? Ohne Reibung ist diese Frage nicht aufzulösen. Konflikte sind unausweichlich. Bei der Vertretung der jeweiligen Interessen müssen beide Seiten durchsetzungsfähig und glaubwürdig bleiben; bis zuletzt werden alle Optionen offen gehalten. Die Arbeitgeber setzen in erster Linie auf die Kraft der wirtschaftlichen Fakten und auf kontrollierte Emotion. Eine Gewerkschaft muss wie eine Gewerkschaft handeln, mit Mobilisierung und markigen Worten. Das alles ist Teil der politischen Auseinandersetzung. Es ist ein Stück Normalität.
 
Stabiler Grundkonsens
 
Von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg der Chemie-Branche ist ein stabiler Grundkonsens zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft, der über die aktuelle Tarifrunde hinausreicht. Die Schnittmenge gemeinsamer Interessen muss größer sein als der Gegensatz, der in Tarifrunden sichtbar wird. In der Chemie-Industrie gibt es dieses elementare Grundverständnis seit vielen Jahren. Es ist geprägt von Vertrauen und Fairness, von der Bereitschaft, Konflikte konstruktiv zu lösen, Kompromisse gemeinsam zu tragen und gleichlaufende Interessen gegenseitig zu verstärken.
 
Chemie ist Premium
 
Dabei ist klar: Die Chemie ist keine Billig-Branche. Chemie ist Premium. Das gilt für Produkte, Mitarbeiter und für die Tarifverträge. Das gilt in Zeiten der Krise wie in Zeiten der Erholung. Das gilt insbesondere für das einzigartige Verhältnis zwischen Chemie-Arbeitgebern und IG BCE. Es ist eine Premium-Partnerschaft, die es zu erhalten und zu entwickeln gilt, um der Verantwortung für die gesamte Branche gerecht zu werden.


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