Auf dem Weg ins Jahr 2030
Die Zukunft der Arbeitswelt

Der demografische Wandel ist kein unabwendbares Schicksal für den Arbeitsmarkt, sondern kann durch rasches, konsequentes und konsistentes Handeln der gesellschaftlichen und staatlichen Verantwortlichen positiv gestaltet werden — das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie der Robert Bosch Stiftung zur Zukunft der Arbeitswelt. Neben zahlreichen führenden Wissenschaftlern waren auch Repräsentanten der Chemie-Sozialpartner an der Erstellung des Berichts beteiligt, darunter der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis, BAVC-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Goos sowie IG BCE-Tarifvorstand Peter Hausmann.
 
Demografische Zeitenwende
 
Die Studie untersucht insbesondere die neuen Herausforderungen, die durch die demografische Zeitenwende in Deutschland begründet sind. Darüber hinaus werden weitere ökonomische, technische und gesellschaftliche Megatrends in die Betrachtung einbezogen:
  • die Globalisierung der Arbeitsteilung, die zu einer Verschiebung der weltwirtschaftlichen Kraftzentren weg von Europa und von Deutschland führt,
  • die Durchdringung wirtschaftlicher Prozesse mit Informations- und Kommunikationstechnologien, die zu einer Beschleunigung, Verdichtung und Wissensintensivierung von Prozessen führt, denen gering qualifizierte Menschen vielfach nicht mehr folgen können,
  • die Verfügbarkeit von Rohstoffen und der Zugang zu Energie, die sich als Engpassfaktor für die industrielle Produktion erweisen,
  • die Individualisierung und Feminisierung der Gesellschaft, die weitreichende Folgen für das Verhältnis von Beruf und Familie haben sowie
  • der gesellschaftliche Wertewandel, der das Denken in Kategorien der Nachhaltigkeit stärkt, aber zugleich die Skepsis gegenüber konventionellem Wachstumsdenken erhöht.
Eingerahmt von diesen Megatrends entwickelt der Bericht anhand der sechs Handlungsfelder Arbeitsmarkt, Unternehmenspolitik, Sozialpartnerschaft, Bildungs- und Qualifizierungssystem, Arbeitsrecht sowie Soziale Sicherung ein Bild der Arbeitswelt im Jahr 2030.
 
Umfangreiche Maßnahmen erforderlich
 
Die demografische Entwicklung wird sich laut Studie in Deutschland massiver auswirken als in vielen anderen OECD-Ländern. Unter demografischer Entwicklung wird dabei einerseits eine deutliche Alterung der Bevölkerung und andererseits ein erheblicher Bevölkerungsrückgang zusammengefasst.
Vor diesem Hintergrund schreiben die Experten der Politik, den Sozialpartnern sowie Unternehmen und Beschäftigten unterschiedliche Aufgaben ins Stammbuch, die gemeistert werden müssen, um Wettbewerbsfähigkeit und damit Wohlstand in Deutschland zu erhalten.
Mit Blick auf Politik und Gesetzgeber gehe es insbesondere darum, die Erwerbsbeteiligung von Frauen, Älteren und Personen mit Migrationshintergrund zu steigern und damit eine Erhöhung des Arbeitsvolumens vor allem bei teilzeitbeschäftigten Frauen sowie eine Steigerung der Produktivität auf volkswirtschaftlicher Ebene insgesamt zu erreichen. Notwendig hierfür seien u.a. ein erheblicher qualitativer und quantitativer Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für Kleinkinder und eine Qualitätsoffensive im Bildungswesen, mit der die vorhandenen Potenziale ausgeschöpft werden können. Nicht zuletzt sei eine Stärkung der dualen Berufsausbildung notwendig.
 
Kooperation statt Konfrontation
 
Mit Blick auf die Sozialpartner setzt die Expertenkommission auf das in der chemischen Industrie seit vielen Jahren erfolgreich praktizierte Leitprinzip „Kooperation statt Konfrontation“. So könnten etwa die Erfahrungen aus dem Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie, mit dem die Sozialpartner der Chemie-Industrie bereits 2008 erfolgreich einen Rahmen für demografiefeste Arbeitszeitgestaltung entwickelt haben, systematisch ausgewertet und auf ihre Übertragbarkeit auch auf andere Branchen geprüft werden. Ferner seien die Etablierung einer alters- und alternsgerechten Arbeitszeitflexibilität und Arbeitsorganisation, die betriebliche Gesundheitsförderung sowie die kontinuierliche berufliche Qualifizierung und Sicherung des Erfahrungs- und Wissenstransfers von besonderer Bedeutung für die Gestaltung einer alternsgerechten Tarifpolitik.
Mit Blick auf Unternehmen und Beschäftigte gehe es darum, die notwendige Flexibilität für die Firmen mit dem Bedürfnis der Beschäftigten nach Sicherheit und Stabilität in Einklang zu bringen (Stichwort „Flexi­curity“). Dabei gehe es stets um die Balance von Eigen- und Unternehmensverantwortung.


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