Mindestlohn
Kollateralschäden vermeiden

Der gesetzliche Mindestlohn ist der Dauerbrenner in den sozialpolitischen Debatten der Bundesrepublik — und er wird es bleiben. Nachdem die Diskussion über viele Jahre von der Forderung nach einer staatlich festgelegten Lohnuntergrenze dominiert wurde, dürften ab 2015 die Folgen des Mindestlohnes in den Vordergrund rücken, wenn überall in Deutschland mindestens 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werden müssen.

  
Ausbildung kommt unter Druck
 
So kritisieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten, dass der Mindestlohn das deutsche Jobwunder ausbremsen und bis 2018 etwa 350.000 Arbeitsplätze kosten wird. Zusätzlich wird der Einstieg in Arbeit massiv erschwert. Gerade die Chancen Langzeitarbeitsloser und Geringqualifizierter, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, dürften sinken. Eine weitere Folge des gesetzlichen Mindestlohnes trifft den Ausbildungsmarkt: Viele junge Erwachsene könnten sich künftig für das scheinbar höhere Gehalt bei ungelernten Tätigkeiten entscheiden, statt mit einer zunächst geringer bezahlten Ausbildung den Grundstein für späteren Wohlstand zu legen. Der Gesetzgeber sollte hier dringend nachsteuern und den Mindestlohn nicht bereits für Arbeitnehmer ab 18 Jahren vorschreiben.
 
Vorrang für Tarifverträge
 
Für die großen Industriebranchen hat der Mindestlohn keine direkte Wirkung. Alle Tarifentgelte liegen hier deutlich über 8,50 Euro. Gleichwohl müssen Union und SPD im Gesetzgebungsverfahren nun sicherstellen, dass keine Kollateralschäden für gültige Tarifverträge entstehen. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn tarif­liche Regelungen zum Ausgleich von Zeitkonten per Gesetz ausgehebelt werden. Das darf nicht passieren. Auch dürfen berufsvorbereitende Maßnahmen wie das „Start in den Beruf“-Programm der Chemie-Industrie, mit dem noch nicht ausbildungsreife junge Menschen für eine Berufsausbildung fit gemacht werden, nicht dem Mindestlohn unterliegen. Andernfalls steht diese erfolgreiche Initiative vor dem Aus.


Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf ib_5_14_Mindestlohn.pdf 38,8 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87