Chemie³-Initiative:
Zweiter Stakeholder-Dialogkreis

Nachhaltigkeit ohne die Stakeholder zu diskutieren heißt, seine Rechnung ohne den Wirt zu machen. Denn »die Stakeholder« sind keine Personengruppen mit abwegigen Vorstellungen über die richtige Form des Wirtschaftens. Stakeholder sind all diejenigen, die sich ernsthaft für unsere Industrie interessieren und die damit unser Umfeld bestimmen, vor allem Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter und die Politik. Insofern tat die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ gut daran, am 20. März 2015 zum zweiten »Stakeholder-Dialogkreis« einzuladen und sich selbst einer kritischen Prüfung auszusetzen.

Viel erreicht in einem Jahr …
 
Den Aufschlag machte die Allianz selbst: BAVC, IG BCE und VCI legten dar, was sich in den zwölf Monaten seit der letzten Zusammenkunft getan hat. Der Chemie³-Nachhaltigkeits-Check sei in der Welt und solle jetzt in so viele Unternehmen getragen werden wie möglich. Projekte zur Ermittlung von Indikatoren seien am Laufen, mit denen der Fortschritt der Nachhaltigkeitsinitiative belegt werden soll. Die Planungen für einen neuen, stärker an der Setzung von Zielen ausgerichteten Branchenbericht seien in vollem Gange. Bestehende Initiativen wie die Sozialpartner-Gesellschaft »GIBUCI« und das Responsible-Care-Programm seien erfolgreich in das Gesamtgefüge integriert und inhaltlich zum Teil neu ausgerichtet worden. Schließlich sei mit Blick auf das Thema Berichterstattung ein — gerade für kleine und mittlere Unternehmen geeignetes — »Stufen-Modell« entwickelt worden, das in der Form eines niederschwelligen Einstiegs dem Reporting seinen Schrecken nehme.
Diese Einzelmaßnahmen lesen sich wie ein Antwortenkatalog auf das Feedback, das der Stakeholder-Dialogkreis der Initiative vor einem Jahr gegeben hat: Hatten die Stakeholder nicht angemahnt, sich konkrete, überprüfbare Ziele zu setzen und auf die innere Widerspruchsfreiheit von Chemie³ zu achten? Und haben die Allianzpartner nicht genau diese Fäden aufgegriffen und konsequent verfolgt?
 
… und noch viel zu tun
 
Verfolgt schon, aber noch lange nicht abgeschlossen. Denn so viel Lob die Stakeholder der Initiative auch entgegenbrachten, so sehr wiesen sie darauf hin, dass vieles noch unvollendet sei: Was die Durchdringung der Branche mit den entwickelten Nachhaltigkeitsideen und -instrumenten, etwa dem »Check«, angehe, wurde vorgeschlagen, sich das Ziel einer »kritischen Masse« von Unternehmen zu setzen, die sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in Sachen Chemie³ engagiert haben. Auch wurde zu (noch) mehr Transparenz geraten: Die Überlegungen zum Berichterstattungsmodell, zum neuen Branchenbericht und zur Entwicklung von Indikatoren (s.o.) seien recht und billig — noch spannender und lehrreicher könne es aber sein, die Zielkonflikte, die zwischen den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit entstünden, offenzulegen. Und so drängte sich am Ende der Veranstaltung in Berlin der Eindruck auf, dass bei der Ausrichtung auf die Zukunft — beim Thema Nachhaltigkeit also — jeder Schritt nur ein Teilstück des Gesamtweges, jeder Erfolg nur ein vorläufiger ist. Bei Chemie³ ist eben auch der Weg das Ziel.
 
Die Teilnehmer
 
Im Stakeholder-Dialogkreis von Chemie³ diskutierten am 20. März folgende Organisationen mit den Vertretern von Chemie³: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), CHT R. Beitlich GmbH, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Robert Bosch GmbH, Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam e.V. (IASS), Otto-Group, Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Sozialwissenschaftliches Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland, Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Volkswagen Konzern und Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik.
 
Nähere Infos zur Nachhaltigkeitsinitiative der Chemie finden Sie unter


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