Produktivität:
Nachholbedarf

Die Produktivität der chemisch-pharmazeutischen Industrie stagnierte 2015 im dritten Jahr in Folge. Aktuell liegt sie immer noch rund 4 Prozent unter dem Niveau von 2010. Ursache für diese unbefriedigende Entwicklung ist das seit Jahren stagnierende Produktionsvolumen der Branche. Denn obwohl in den Betrieben zuletzt fast 20.000 Beschäftigte mehr tätig waren als 2008, wurde nicht mehr produziert.

Wettbewerbsfähigkeit unter Druck

Die tariflich vereinbarten Entgelte sind im Zeitraum seit 2010 hingegen deutlich angestiegen. Zuletzt erreichten sie im Jahresdurchschnitt 2015 einen Wert, der nominal um 15 Prozent über dem Ausgangswert zu Beginn des Jahrzehnts lag. Dieses Auseinanderlaufen der Entwicklung von Produktivität und Löhnen setzt die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zunehmend unter Druck. Die Schere zwischen Produktivität einerseits und Löhnen andererseits öffnet sich immer weiter. Ohne die Sondereffekte des sinkenden Ölpreises, der niedrigen Zinsen und der günstigen Wechselkurssituation wäre das bei vielen Unternehmen bereits deutlich zu spüren und würde sich auch auf die Beschäftigungssituation in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland auswirken.

Deutliche Reallohnsteigerungen

Neben der unzureichenden Produktivitätsentwicklung spielt auch die historisch niedrige Inflationsrate eine wichtige Rolle in der bevorstehenden Chemie-Tarifrunde. Im ersten Quartal 2016 lagen die Preise lediglich 0,3 Prozent über denen der ersten 3 Monate 2015. Letztere hatten gegenüber dem Wert des Jahresbeginns 2014 ihrerseits keine Steigerung ausgewiesen. Im Ergebnis führt dies dazu, dass die Tarifentgelte der chemischen Industrie seit 2010 nicht nur nominal signifikant gestiegen sind; auch die Reallöhne der Beschäftigten liegen mit 8 Prozent deutlich im Plus.



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