Gemeinsamer Appell von IG BCE und BAVC
Auf das Betreuungsgeld verzichten!

Mit dem geplanten Betreuungsgeld setzt die Bundesregierung nach Einschätzung der Sozialpartner in der chemischen Industrie „ein falsches Signal und falsche Anreize“. Gemeinsam appellieren IG BCE und BAVC deshalb an die Politik, „auf dieses verfehlte Instrument der Familienpolitik zu verzichten“. Statt der Einführung des Betreuungsgeldes fordern IG BCE und BAVC, „diese finanziellen Mittel für den Ausbau einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung zu nutzen“.
 
Chance auf gute Bildung und Ausbildung
 
„Oberste Priorität muss sein, den Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten voranzutreiben und die Qualität der pädagogischen Betreuung in den Krippen und Kindertagesstätten zu verbessern“, erklärte IG BCE-Vorstandsmitglied Edeltraud Glänzer. Das Betreuungsgeld schaffe dagegen eine Motivation für Mütter, länger als ein Jahr aus dem Berufsleben auszusteigen. „Stattdessen müssen wir allen Kindern eine Chance auf gute Bildung und Ausbildung geben und Mütter und Väter in ihrer eigenständigen Berufstätigkeit unterstützen“, so Glänzer.
 
Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern
 
Zu den Zielen einer nachhaltigen Familienpolitik gehören nach den Worten von BAVC-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Goos insbesondere die Sicherung der Existenzgrundlage von Familien, die adäquate Förderung der Kinder und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Dies sind die Signale, die Mütter und Väter benötigen, um in ihrer Leistung anerkannt zu werden“, so Goos. „Mit der Einführung des Betreuungsgeldes würde die Bundesregierung die positive Entwicklung der letzten Jahre konterkarieren.“
 
Bausteine für eine zukunftsorientierte Familienpolitik
 
Bereits Ende März hatten IG BCE und BAVC in einem Schreiben an Familienministerin Kristina Schröder Vorschläge für familienbewusste Unterstützungsleistungen unterbreitet. Diese „Bausteine für eine zukunftsorientierte Familienpolitik“ reichen von der Förderung der frühkindlichen Bildung über die Weiterentwicklung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes bis zu einer Besserstellung pflegender Angehöriger. Damit unterstreichen IG BCE und BAVC die Bedeutung einer nachhaltigen Familienpolitik, die insbesondere angesichts der demografischen Herausforderung notwendig ist.
 
Gemeinsame Positionen der Sozialpartner
 
Mit gemeinsamen Positionen wollen die Chemie-Sozialpartner ein positives Klima für eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Verteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit schaffen. Hierbei sind Dienstleistungen und Betreuungsangebote für Familien der bessere Weg als finanzielle Zuwendungen.
Der Einstieg in den Arbeitsmarkt ist für Eltern in den letzten Jahren leichter geworden. Mit der Einführung von Elternzeit und Elterngeld sowie dem geplanten Ausbau der Kinderbetreuung mit der Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Betreuung für Kinder unter 3 Jahren ab 2013 sind bereits die ersten Schritte in die richtige Richtung getätigt worden. Es braucht weiter jede Anstrengung, um eine echte familienbewusste Gesellschaft zu werden.
Vom Wunsch nach dem 1. Kind bis zur Unterstützung im Alter durchleben Familien unterschiedliche Lebensphasen mit besonderen Anforderungen. Allen Haushalten mit Kindern ist ein großer Bedarf an Unterstützung gemeinsam in den Dimensionen Geld, Infrastruktur und Zeit. Um Lösungen für den absehbaren Arbeitskräftemangel zu entwickeln, ist es wichtig, Männern und Frauen den gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Daher setzen BAVC und IG BCE auf die Weiterentwicklung von familienpolitischen Maßnahmen bei Elterngeld, Elternzeit, Kinderbetreuung sowie den Ausbau von Pflege.


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