Hans Paul Frey
Eine Ära geht zu Ende

Am 10. Juni 2011 wird der langjährige Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), Hans Paul Frey, aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden. Damit endet eine erfolgreiche Ära an der Spitze der Chemie-Arbeitgeber, in der Hans Paul Frey die tarif- und sozialpolitische Entwicklung in Deutschland und Europa maßgeblich geprägt hat.
 
38 Jahre Chemie-Arbeitgeber
 
Der 1945 in der Lutherstadt Wittenberg geborene Frey wurde 1995 zum Hauptgeschäftsführer des BAVC berufen. Zuvor war er von 1973 bis 1995 für den Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg tätig, zunächst als Referent für Arbeitsrecht, dann als Leiter der Rechtsabteilung und schließlich ab 1991 als Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Verbandes. Hans Paul Frey gilt als mit allen Wassern gewaschener Verhandler, als tarifpolitischer Vordenker und bestens vernetzter Repräsentant der Chemie-Arbeitgeber.
 
Entscheidende Impulse...
 
Als Hauptgeschäftsführer des BAVC hat Hans Paul Frey entscheidende Impulse gesetzt für die Modernisierung und Flexibilisierung der Chemie-Tarifverträge. In seiner Amtszeit wurde unter anderem der Entgeltkorridor entwickelt und tarifvertraglich vereinbart. Heute verfügt die Chemie-Industrie über das flexibelste Tarifsystem in der Bundesrepublik. Nicht zuletzt die erfolgreiche Beschäftigungssicherung in der Krise 2008/2009 hat gezeigt, wie wichtig die tarifliche Flexibilität für Standort und Beschäftigung ist.
Vorangetrieben hat Frey zudem den Ausbau der tariflichen Altersvorsorge in der Chemie-Industrie. Als frühzeitige Antwort auf den demografischen Wandel setzte die Chemie damit Maßstäbe und unterstützt die Beschäftigten seit 1998 aktiv dabei, den Lebensstandard im Alter zu sichern. Auch die Gründung des ChemiePensionsfonds im Jahr 2002 – dem ersten seiner Art in Deutschland – geht auf die Initiative von Hans Paul Frey zurück.
 
...über Deutschland hinaus
 
Über die Grenzen Deutschlands hinaus hat er mit der Gründung des europäischen Dachverbands der Chemie-Arbeitgeber ECEG (European Chemical Employers‘ Group) im Jahr 2002 ein Zeichen gesetzt. Heute ist der europäische Sozialpartner-Dialog bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern fest verankert.  Ein weiterer Meilenstein in der Karriere von Hans Paul Frey war die Idee für den „Wittenberg-Prozess“ der Chemie-Sozialpartner im Jahr 2006 und der Beginn des Prozesses 2007. Der „Wittenberg-Prozess“ ist ein breit angelegtes Dialogforum von IG BCE und BAVC mit dem Ziel, verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft zu fördern. Zentrales Ergebnis ist ein bislang einmaliger Ethik-Kodex, der im Sommer 2008 in Anwesenheit des Bundespräsidenten unterzeichnet wurde. Vorreiter ist Frey nicht zuletzt in dem Bestreben, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Mit Sozialpartner-Vereinbarungen, gemeinsamen Veranstaltungen und persönlichem Engagement hat Frey dieses wichtige Thema vorangebracht, motiviert auch aus eigener Erfahrung: Hans Paul Frey ist verheiratet und Vater dreier Töchter.
 
Auf Frey folgt Goos
 
Im Verlauf seiner herausragenden Laufbahn in den Chemie-Arbeitgeberverbänden hat Hans Paul Frey die besondere Sozialpartnerschaft in der chemischen Industrie überzeugt und überzeugend nach innen und außen repräsentiert. Er hat die Chemie-Sozialpartnerschaft weiterentwickelt, modernisiert und an die Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft angepasst. Diese Leistung ist die Basis für den künftigen Erfolg der Chemie-Arbeitgeber. Für den zeichnet ab 10. Juni 2011 ein anderer verantwortlich: Designierter Nachfolger von Hans Paul Frey ist Wolfgang Goos (62), bislang stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BAVC.


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