Tarifvertrag 'Lebensarbeitszeit und Demografie'
Umsetzung in vollem Gange

Rund ein Jahr nach Abschluss des Tarifvertrages 'Lebensarbeitszeit und Demografie' in der Tarifrunde 2008 ist die Umsetzung in vollem Gange. Auf breiter Front befassen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Megatrend 'Alternde Belegschaften' und prüfen dessen konkrete Auswirkungen auf die betriebsspezifische Situation. Die Umsetzung des 'TV Demo' erfordert ein umfangreiches Vorbereitungs- und Arbeitsprogramm, bevor ab 1. Januar 2010 die für jeden Tarifarbeitnehmer vereinbarten 300 Euro in einen betrieblichen Demografiefonds fließen.

Demografie-Analyse

Der tarifvertraglich festgelegte Zeitplan sah zunächst ab Oktober 2008 die Durchführung einer Demografie-Analyse vor. Die Chemie-Sozialpartner empfehlen, die Analyse bis September 2009 abzuschließen. Danach kann auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse für jeden Betrieb beraten werden, welche der fünf tarifvertraglich verankerten Verwendungszwecke des betrieblichen Demografiefonds als Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels in Frage kommen.

Unterstützung durch die Tarifpartner

Viele Betriebsräte und Personalverantwortliche haben seit Herbst letzten Jahres die zahlreichen Informations- und Schulungsveranstaltungen der Gewerkschaft und der Arbeitgeberverbände genutzt, um den neuen Tarifvertrag und seine Instrumente im Detail kennen zu lernen. Die ausführlichen 'Gemeinsamen Erläuterungen', die IG BCE und BAVC im Oktober 2008 in Großauflage an ihre Mitglieder verteilt haben, tun ihr Übriges. Gleichwohl bleiben noch Einzelfragen offen, die nach und nach von den Tarifvertragsparteien einvernehmlich geklärt werden, um eine möglichst reibungslose Umsetzung des TV Demo in die betriebliche Praxis zu gewährleisten.

Oft zeigt sich, dass die Kreativität in den Unternehmen von diesem neuartigen Tarifvertrag geradezu beflügelt wird. Das liegt nicht zuletzt an dem chemie-typischen Lösungsansatz der freiwilligen Betriebsvereinbarung, mit der die Verwendung der Mittel des Demografiefonds bis zum 31. Dezember 2009 für die fünf angebotenen Module Langzeitkonten, tarifliche Altersvorsorge, Altersteilzeit, Teilrente oder Berufsunfähigkeitszusatzversicherung Chemie (BUC) festgelegt werden kann. Erst wenn es bis dahin nicht zu einer Einigung kommt, greift die tarifliche Auffangregelung.

Herausforderung Krise

Eine zusätzliche Herausforderung bei der Umsetzung des TV Demo ist die aktuelle Rezession mit Produktions- und Umsatzeinbrüchen im zweistelligen Bereich. Die schärfste Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte geht an die Substanz. Das aktuelle Krisenmanagement mit tariflichen Flexi-Instrumenten und Kurzarbeit lässt Langfrist-Themen wie den demografischen Wandel in den Hintergrund treten.

Weniger Arbeit ist zu verteilen, Kosten müssen reduziert, die Wettbewerbsfähigkeit verteidigt und die Beschäftigung im Hinblick und in der Hoffnung auf bessere Zeiten so lange wie möglich stabilisiert werden. Das sind die Herausforderungen, vor denen die Unternehmen mit ihren Mitarbeitern heute stehen.

Startvorteil mit TV Demo

Dennoch: Die Unternehmen, die sich – trotz Krise – bereits heute mit der Gestaltung des demografischen Wandels befassen, werden sich einen Startvorteil erarbeiten. Die detaillierte Kenntnis der Beschäftigtenstruktur ist dabei ebenso wichtig wie eine intelligente Verwendung des Demografiefonds, um längeres Arbeiten zu ermöglichen.

Die Chemie-Unternehmen haben sich in der Krise auf eine klare Marschroute festgelegt: Kündigungen sind ultima ratio; Beschäftigung soll so weit wie möglich stabilisiert werden, um für die Zeit nach der Krise Fachkräfte und Know-how an Bord zu halten.

Ein ähnliches Ziel verfolgen die Tarifparteien mit dem TV Demo: Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter sollen fit gemacht werden für die demografische Herausforderung. Nur so lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie-Industrie für die Zukunft sichern. Der demografische Wandel wird sich durch die Krise nicht aufhalten lassen. Mit dem TV Demo haben die Betriebsparteien die Möglichkeit, seine Auswirkungen frühzeitig in geordnete Bahnen zu lenken.



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