Chemie-Studiengänge
30 Prozent mehr Erstsemester

Wie viele Studienanfänger in Chemie gibt es in Stuttgart, wie viele Absolventen in Bochum und wie viele Doktoranden in Dresden? Wie haben sich Anfänger- und Absolventenzahlen in den letzten Jahren ent­wickelt und wo kommen die Absolventen nach Diplom, Master oder Promotion unter? Welche Hochschulen haben bereits Bachelor/Master-Absolventen und was machen diese nach Ende ihres Studiums?
Die 66 Seiten starke Analyse „Chemie-Studiengänge in Deutschland - Statistische Daten“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) lässt kaum eine Frage unbeantwortet. Auf das Jahr 2011 bezogen wurden Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengänge der Chemie, Wirtschaftschemie, Biochemie/Life Sciences, Lebensmittelchemie sowie Chemie-Studiengänge an Fachhochschulen ausgewertet.
 
Mehr Bachelor-Abschlüsse als Diplome
 
Danach sind die Anfängerzahlen in allen Studiengängen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, im Studiengang Chemie beispielsweise von 5.549 im Jahr 2010 auf 7.199 im vergangenen Jahr. Dazu mögen laut GDCh die Aussetzung der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge in einigen Bundesländern beigetragen haben. Die Zahl der Bachelor- und Master-Abschlüsse stieg in allen Fächern erwartungsgemäß an. Die Zahl der Bachelor-Abschlüsse übertrifft inzwischen die der Diplome. Zählt man Master- und Diplom-Abschlüsse zusammen, sind die Absolventenzahlen in Chemie und Biochemie im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr von 2.596 auf 2.704 angestiegen.
 
Plus bei Promotionen
 
Bei den Promotionen stiegen die Zahlen wie in den Vorjahren weiter an. 2011 gingen aus der Chemie 1.670 Doktoren hervor. Die Zahl der Promotionen wird in den nächsten 2 bis 3 Jahren noch etwas zunehmen und sich dann auf diesem Niveau stabilisieren, prognostizieren die Autoren. Der in den vergangenen Jahren deutlich gewachsene Anteil ausländischer Doktoranden und damit auch Promotionsabsolventen blieb mit 20 bzw. 25 Prozent auf einem hohen Niveau. Die Promotionsdauer lag im Bereich des Vorjahres: bei 3,5 bis 4 Jahren.
Bei den Fachhochschulen ist ein Vergleich der letztjährigen Absolventenzahlen mit denen der Vorjahre schwierig, da nach den vorliegenden Daten viele Bachelor-Absolventen ein Master-Studium anschließen. Damit können die Zahlen der früher mit dem Diplom-Abschluss in den Beruf eingetretenen Absolventen weder mit Bachelor- noch mit Master-Absolventen sinnvoll verglichen werden. Festzustellen sei aber, dass die Anfängerzahlen in den Chemie-Studiengängen an den FHs binnen eines Jahres von 1.144 auf 1.941 hochschnellten.
539 Studierende begannen 2011 ein Studium der Lebensmittelchemie, das sind 82 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Diplom- bzw. Staatsexamen-Abschlüsse stieg leicht an. Die Zahl der Bachelor-Absolventen ist hier noch gering. Nur wenige Studierende sind bereits in den Master-Studiengängen eingeschrieben.
Fast alle Bachelor-Absolventen in Chemie oder Biochemie schlossen ein Master-Studium an und über 90 Prozent der Master-Absolventen begannen eine Promotion. Damit gibt es keine Anzeichen dafür, dass Bachelor- und Master-Absolventen auf eine Promotion verzichten und die Hochschule mit einem Bachelor- oder Master-Abschluss verlassen möchten. An Fachhochschulen schließt über die Hälfte der Bachelor-Absolventen ein Master-Studium an.
 
Attraktive Berufsperspektiven
 
Der Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger sei besser als in den beiden Vorjahren, in denen sich die Wirtschaftskrise darin zeigte, dass weniger Absolventen eine unbefristete Anfangsposition in der Industrie fanden und mehr promovierte Absolventen zunächst eine befristete Stelle an der Hochschule oder in der Industrie angenommen hatten. Die Lage hat sich 2011 wieder entspannt.
Bei etwa 70 Prozent der Promotionsabsolventen ist der weitere Werdegang bekannt: 37 Prozent gehen in die chemische oder pharmazeutische Industrie, 10 Prozent in die übrige Wirtschaft. 19 Prozent zieht es ins Ausland (zumeist als Postdocs), 15 Prozent starten auf einer zunächst befristeten Stelle im Inland. An der Hochschule verbleiben 4 Prozent, in andere Forschungsinstitute wechseln 2 Prozent. 5 Prozent fanden im Öffentlichen Dienst eine Anstellung; für eine freiberufliche Tätigkeit oder ein Zweitstudium entschieden sich jeweils unter 1 Prozent, vorüber­gehend stellensuchend waren 7 Prozent.
 
Mehr Informationen
 
Die ausführliche GDCh-Statistik mit allen Daten der einzelnen Hochschulen und einem Überblick über die Entwicklung der vergangenen Jahre kann unter www.gdch.de/statistik abgerufen werden.


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