Werkverträge - Bewährtes Instrument

Werkverträge dienen dazu, die Herstellung eines Werkes an einen anderen Unternehmer zu übertragen. Sie sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil der arbeitsteiligen Industrieproduktion und ein Grund für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland. Dieses bewährte Instrument darf gesetzlich nicht einschränkt werden, andernfalls wäre die gute Position der Bundesrepublik Deutschland im globalen Wirtschaftssystem gefährdet.
 
Für (echte) Werkverträge
 
Werkverträge sind für die deutsche Wirtschaft ein seit Jahrzehnten bewährtes Instrument im Geschäftsverkehr. Sie sind für Handwerk und Dienstleister eine übliche Vertragsform. Die heutige Industrieproduktion ist arbeitsteilig aufgestellt. Produktionsprozesse werden zerlegt und einzelne Schritte optimiert. Dies ermöglicht eine schnellere und flexiblere Reaktion auf den Strukturwandel sowie die Nutzung von Spezialisierungsvorteilen, insbesondere wenn Spezialisten im Unternehmen fehlen. Das Unternehmen kann sich dann voll auf das Kerngeschäft konzentrieren.
 
Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit
 
Die Folge ist eine bessere Wettbewerbsfähigkeit und damit auch mehr Sicherheit für die Beschäftigten. Keine andere Beurteilung ergibt sich, wenn eine Fremdvergabe von ursprünglich durch eigenes Personal erbrachten Arbeitsleistungen erfolgt (Outsourcing), und zwar unabhängig davon, ob das Outsourcing innerhalb (beispielsweise facility management, industrielle Dienstleistungen) oder außerhalb des Firmengeländes (Fremdfuhrpark, Call-Center) stattfindet.
Was außerhalb des Werksgeländes richtig ist, kann innerhalb des Werksgeländes nicht falsch sein. Ob Werkverträge im Einzelfall eingesetzt werden, entscheidet sich nach der Frage „make or buy“. Dabei geht es vor allem um die Realisierung von Produktionsvorteilen und die Hebung von Verbesserungspotenzial. Spezialisten können effizienter und effektiver arbeiten, kennen sich mit der technologischen Entwicklung besser aus und können damit ihre Leistung günstiger anbieten, als dies ein nicht auf diese Leistung spezialisiertes Unternehmen selbst tun könnte.
 
Gegen Scheinwerkverträge
 
Echte Werkverträge dürfen durch den vereinzelten Missbrauch (Scheinwerkverträge) nicht in Misskredit gebracht werden. Die pauschale Verurteilung von Werkverträgen wird der wirtschaftlichen Realität nicht gerecht. Denn in den weitaus meisten Fällen werden Werkverträge unter fairen und legalen Bedingungen eingesetzt.
 
Durchsetzung bestehender Gesetze
 
Zur Bekämpfung von Scheinwerkverträgen genügen die bestehenden gesetzlichen Regelungen, die effektiv durchgesetzt werden müssen. Das ist jedoch keine Aufgabe des Gesetzgebers, sondern der Exekutive. Weiterer Gesetze bedarf es nicht. Solche würden nur zu einer Einschränkung auch echter Werkverträge führen, die von niemandem gewollt sein kann, der ein Interesse an einer auch in Zukunft funktionierenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaftsordnung hat.
 
BAVC-Positionen
Weitere Positionen des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) zu aktuellen Themen und Diskussionen finden Sie auch im Internet unter www.bavc.de


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