Konjunktur
Stillstand in der Chemie

Die globale Konjunktur hat sich in den ersten Monaten des Jahres 2013 stabilisiert; allerdings expandierte die Weltwirtschaft weiterhin nur verhalten. Im Euro-Raum setzte sich die Rezession fort, wenngleich mit geringerer Schärfe. Wachstumsimpulse kamen aus den USA und Japan. In den Schwellenländern verlangsamte sich die Wachstumsdynamik.
 
Zu den außenwirtschaftlichen Risiken kommt die Verunsicherung über die deutschen Standortbedingungen für die Industrie hinzu: steigende Strompreise, fehlende Planungssicherheit bei der Energiewende und umfangreiche Absichten zur Steuererhöhung in den Programmen verschiedener Parteien vor der Bundestagswahl. Investoren halten sich deshalb auch 2013 weiter zurück.
Vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen ist die erwartete Belebung des Chemie-Geschäftes in Deutschland im ersten Halbjahr 2013 bisher ausgeblieben.
 
Schwanken um die Nulllinie
 
In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres stagnierte die Chemie-Konjunktur auf dem Niveau des Vorjahres — sowohl beim Umsatz als auch bei der Produktion. Das schwächere Inlandsgeschäft konnte dabei durch Zuwächse bei den Exporten kompensiert werden.
 
Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch die Chemie-Unternehmen wird im Juli per Saldo mit plus 33 Punkten überwiegend positiv eingeschätzt. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate (Juli-Saldo: plus 5) schwanken um die Nulllinie. Die Mehrheit der Unternehmen rechnet aktuell für die zweite Jahreshälfte allenfalls mit einer leichten Verbesserung der Chemie-Konjunktur.
 
Chemie-Produktion
 
Im Chemie-Geschäft ist die erhoffte Dynamik bei der Produktion im ersten Halbjahr bisher ausgeblieben. Die Produktionswerte verharren auf dem Niveau des Vorjahres. Die Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen bewegt sich mit 84 Prozent im normalen Bereich.
Aktuell liegt die Chemie-Produktion in Deutschland damit noch immer um 3 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2007.
 
Preise und Umsatz
 
Mit knapp 91 Milliarden Euro konnte der Branchenumsatz bei unverändertem Preisniveau im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht gesteigert werden. Der rückläufige Inlandsumsatz (minus 1 Prozent auf 35 Milliarden Euro) aufgrund gesunkener Bestellungen der industriellen Abnehmer konnte durch einen Anstieg des Auslandsumsatzes um 0,5 Prozent auf 56 Milliarden Euro kompensiert werden. Impulse kamen hier auch von den europäischen Nachbarländern.
 
Der Anstieg der Erzeugerpreise für chemische Produkte setzte sich nicht weiter fort. Die Preise für Rohstoffe und Energie waren zuletzt aufgrund der nur schleppenden weltweiten Nachfrage leicht gesunken. Diese Entlastung geben die Chemie-Unternehmen an die Kunden weiter. Auch auf Jahressicht werden die Preise für chemische Erzeugnisse voraussichtlich stagnieren.
 
Beschäftigung
 
Nach einem Zuwachs in den vergangenen beiden Jahren hatte die Chemie-Beschäftigung das Vorkrisenniveau wieder übertroffen.
 
Vor dem Hintergrund der fehlenden wirtschaftlichen Dynamik hat sich der Beschäftigungsaufbau im ersten Halbjahr 2013 nicht weiter fortgesetzt. Nach amtlicher Abgrenzung beschäftigen die Chemie- und Pharma-Unternehmen aktuell gut 434.000 Mitarbeiter. Damit ist die Beschäftigung zur Mitte des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konstant geblieben. Auch für die nächste Zeit ist gegenwärtig mit einem stabilen Beschäftigungsverlauf zu rechnen.
 
Produktivität und Lohnstückkosten
 
Bedingt durch den Zuwachs bei der Beschäftigung bei gleichzeitigem Rückgang der Produktion (minus 2,5 Prozent gegenüber 2011) war die Produktivität in der Chemie-Branche im Jahr 2012 um 3,8 Prozent gesunken. Das Entgelt je Beschäftigten erhöhte sich indes um 3,3 Prozent. Demnach hatten die Lohnstückkosten 2012 auf Jahressicht deutlich um 7,4 Prozent angezogen.
Diese Entwicklung hält auch 2013 weiter an: Bei stagnierender Produktivität sind die Lohnstückkosten im Jahresverlauf bisher um weitere 3,1 Prozent angestiegen.
 
Ausblick 2013
 
Nach Stagnation im ersten Halbjahr geht der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seiner jüngsten Prognose nur noch von einem Umsatzplus von 1,5 Prozent für das Gesamtjahr 2013 aus. Dies sind 0,5 Punkte weniger als bisher prognostiziert. Die Chemie-Produktion soll danach um 1,5 Prozent zulegen, jedoch dürften die Preise für chemische Erzeugnisse, anders als bisher erwartet, nicht steigen.
Maßgeblich für diesen Ausblick ist, dass die Inlandsnachfrage leicht anziehen wird, weitere Impulse auch aus dem europäischen Ausland kommen und die Exporte nach Übersee leicht anziehen werden. Die Wachstumsdynamik bleibt aber insgesamt schwach.


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