Chemie³
Der Nachhaltigkeits-Check

Chemie³ wird konkret: Anfang Juli 2014 haben BAVC, IG BCE und VCI den »Nachhaltigkeits-Check« vorgestellt. Der »Check« wurde im Rahmen eines Pilotprojekts mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unserer Branche entwickelt und bricht das Thema Nachhaltigkeit auf die Unternehmensebene herunter. Er deckt Verbesserungspotenziale in den unterschiedlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit auf — ökologisch, sozial, wirtschaftlich — und ermöglicht die Ableitung von entsprechenden Aktionsplänen.

Erfahrungsberichte der Pilotunternehmen
 
Um auf der Veranstaltung »Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag« von ihren Erfahrungen mit diesem Instrument zu berichten, waren am 1. Juli Vertreter der 12 Pilotfirmen nach Frankfurt gereist. Die Kleinen und Mittleren unserer Branche erläuterten in verschiedenen Formaten den mehrstufigen Prozess, an dessen Ende nicht nur eine umfassende unternehmensspezifische Bestandsaufnahme des status quo in Sachen Nachhaltigkeit stand, sondern auch ein Programm, mit dem sich das jeweilige Unternehmen fit für die Zukunft machen will: neue Energieeffizienzziele, flexiblere Arbeitszeitmodelle, Feedbacksysteme im Personalbereich.
 
Gemeinsam war allen Ist-Analysen und Reformvorhaben der Business Case: Unternehmerische Verantwortung und Geschäftsinteresse decken sich, wo die Erfüllung von Umweltzielen Kosten einspart, wo das stärkere Bemühen um nicht ausbildungsreife Jugendliche den Fachkräftemangel lindert, wo eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben die knapper werdende Ressource Mensch schont, motiviert und an den Betrieb bindet.
 
Verbesserungspotenziale erschließen
 
Doch wie genau funktioniert der Check? Als moderierte Selbstbewertung: Zunächst verständigen sich Unternehmensleitung und Vertreter der Beschäftigten auf eine begrenzte Zahl von Themenfeldern, auf denen Geschäftsinteresse und Handlungsbedarf besteht; nur was wirklich wichtig ist, soll Diskussions-, Streit- und Verbesserungsgegenstand werden. Anschließend wird unter Beteiligung eines externen Moderators ein Firmenworkshop durchgeführt, an dem — wiederum unternehmensspezifisch — in Abhängigkeit von den zu besprechenden Themen die relevanten Akteure teilnehmen und ihr Experten- und Erfahrungswissen in die Analyse des Ist-Zustandes einfließen lassen. Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Betriebsräte und weitere Beteiligte tauschen ihre je spezifische Sicht der Dinge aus und entwickeln ein gemeinsames Verständnis von einem — ihrem — nachhaltigen Unternehmen. Schließlich einigen sich die Workshop-Teilnehmer auf einen Katalog von Maßnahmen, mit denen sich das Unternehmen in den entsprechenden Bereichen für die Zukunft rüstet.
 
Der Clou dabei: Indem der Nachhaltigkeits-Check in der Form einer moderierten, von außen gelenkten Selbstbewertung durchgeführt wird, nimmt er unternehmensindividuell eine kritische Reflexion des gegenwärtigen eigenen Handelns vor, ohne dabei in Beliebigkeit abzugleiten — und das ganz ohne Zwang. Damit sendet der Check, stellvertretend für die gesamte Initiative, auch eine wichtige politische Botschaft aus: Die Chemie nimmt Nachhaltigkeit als Zukunftsfähigkeit ernst — so ernst, dass sie sich selbst auf die permanente Suche nach Verbesserungspotenzialen begibt. Dazu brauchen wir keinen regulatorischen Rahmen, wie er in der Form von CSR-Gesetzgebung und internationalen Berichtsstandards zurzeit im Entstehen begriffen ist.
 
Von den Pilotunternehmen in die Branche
 
Damit der Nachhaltigkeits-Check nicht nur Tiefenwirkung in einzelnen Unternehmen, sondern auch Breitenwirkung in die gesamte Branche hinein entfalten kann, wird eine Serie von regionalen Veranstaltungen für das KMU- und branchenspezifisch designte Tool werben. Die Planungen der regionalen Gliederungen von BAVC, IG BCE und VCI vor Ort sind bereits in vollem Gange. Es geht darum, aus der kleinen Truppe der 12 Pioniere eine große Schar der Beteiligten in der deutschen Chemie zu machen. So verwegen das Ziel klingen mag: Mit Chemie³, mit dem einfach zu handhabenden Check, soll ein substanzieller, sichtbarer Beitrag dazu geleistet werden, dass unsere Branche nachhaltiger und damit zukunftsfähiger wird.
 
Neuer Mitgliederbereich auf chemiehoch3.de
 
Wo eine ganze Branche in Bewegung gebracht werden soll, bedarf es der Einbeziehung und Mobilisierung möglichst vieler Akteure der deutschen Chemie. Daher wurde, fast zeitgleich mit der Vorstellung des Nachhaltigkeits-Checks, der Mitgliederbereich von chemiehoch3.de freigeschaltet. Auf dieser exklusiven Plattform für die Mitglieder der 3 Allianzpartner stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, mit denen sich der Einzelne, aber auch ein Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit eher spielerisch in Form eines Schnelltests (»Nachhaltigkeits-Barometer«) oder über eine umfassende Selbstbewertung (»Nachhaltigkeits-Check«) nähern kann. Auch finden sich im Mitgliederbereich weitere Unterstützungsangebote zur Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag, Good-Practice-Beispiele sowie zahlreiche Informationen rund um die 3 Dimensionen der Nachhaltigkeit, zu den bisherigen Aktivitäten von BAVC, IG BCE und VCI auf dem Gebiet und zur Initiative selbst.
Nachhaltigkeit ist Zukunftsfähigkeit — wenn sich eine ganze Branche auf den Weg macht, zu einer wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung beizutragen und das heutige Handeln auf das Morgen auszurichten, bedarf es der Unterstützung vieler. In diesem Sinne: Seien Sie nachhaltig!
 
Standpunkt von BAVC-Präsidentin Margret Suckale
 
» Was bedeutet Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag? Wie können kleinere und mittlere Unternehmen davon profitieren? Das sind Fragen, mit denen wir uns im Rahmen von Chemie³ intensiv beschäftigen. Denn unsere gemeinsame Initiative Chemie³ zielt nicht auf kurz­fristigen Imagegewinn ab, sondern soll die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dauerhaft stärken. Wir wollen einen langfristigen Prozess anstoßen, mit dem sich die Branche weiter in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt.
Dazu haben kleinere und mittlere Unternehmen im Rahmen eines Pilotprojekts der Initiative einen Nachhaltigkeits-Check in der Praxis getestet. Mit diesem Check können die Unternehmen pragmatische Ansätze finden und entwickeln, wie sich Nachhaltigkeit konkret im Betrieb umsetzen lässt. Jetzt gilt es, möglichst viele Unternehmen zum Mitmachen zu bewegen. Denn ohne die chemische Industrie wird es keine Fortschritte geben. «
 
 
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