Elternzeit und das neue Elterngeld Plus:
Vielfältige Möglichkeiten

Das Gesetz zur Einführung des Elterngeld Plus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit gilt seit dem 1. Januar 2015. Die Neuregelungen finden nun Anwendung für alle Kinder, die nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Für diese Kinder stehen sowohl Familien als auch Arbeitgeber vor neuen Herausforderungen. Es gilt, bei der Fülle der Kombinationsmöglichkeiten nicht den Überblick zu verlieren.

Das Elterngeld ist flexibler geworden, individuelle Modelle werden ermöglicht. Zudem werden bessere Lösungen für diejenigen geschaffen, die nach der Geburt des Kindes schneller wieder in den Beruf zurückkehren möchten. Auch bisher konnten Eltern Teilzeitarbeit und Elterngeldbezug kombinieren, sie verloren dadurch allerdings einen Teil ihres Elterngeldanspruches.
Nun kann mit dem neuen Elterngeld Plus die Teilzeit besser mit dem Bezug des Elterngeldes kombiniert werden. Eltern, die in Teilzeit arbeiten, können statt für einen Monat Elterngeld für zwei Monate Elterngeld Plus beanspruchen. Der Bezug von Elterngeld und Elterngeld Plus kann zudem kombiniert werden. Auch wird die partnerschaftliche Betreuung des Kindes belohnt: Übernimmt der Partner einen Teil der Kinderbetreuung, wird länger Elterngeld gezahlt.
 
Elterngeld
 
Das bisherige Elterngeld, jetzt auch Basiselterngeld genannt, kann bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes bezogen werden. Insgesamt besteht ein Anspruch auf zwölf Monatsbeträge. In der Regel wird das durch die Betreuung ausfallende Einkommen durch das Elterngeld in Höhe von 65 bis 67 Prozent ersetzt. Das Basiselterngeld lohnt sich vor allem, wenn der betreuende Elternteil ganz zu Hause bleibt. Durch Teilzeitarbeit wird der Bezug des Basiselterngelds nicht verlängert. Bleibt der Partner ebenfalls zwei Monate daheim, besteht Anspruch auf Basiselterngeld für zwei weitere Monate, die sogenannten Partnermonate.
 
Das neue Elterngeld Plus
 
Um eine frühere Rückkehr in das Berufsleben attraktiver zu machen, wurde zusätzlich das neue Elterngeld Plus eingeführt. Die Vorteile für die Arbeitgeber liegen trotz der Schwierigkeiten bei der Personalplanung darin, dass sich bei einem früheren Wiedereinstieg der Qualifizierungsverlust verringert und die Bindung zum Unternehmen gefördert wird. Die Neuerung gegenüber dem vorherigen Elterngeld: Eltern, die in Teilzeit arbeiten, können statt für einen Monat Elterngeld nun für zwei Monate Elterngeld Plus beanspruchen. Dabei ersetzt das Elterngeld Plus den Einkommensanteil, der wegen der Teilzeitbeschäftigung wegfällt. Das Elterngeld Plus ist im Volumen begrenzt auf die Höhe des Basiselterngeldes, kann aber doppelt so lange gezahlt werden. Elterngeld Plus kann auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus bezogen werden, solange es ab dem 15. Lebensmonat in aufeinander folgenden Lebensmonaten von zumindest einem Elternteil in Anspruch genommen wird. Der Arbeitgeber hat zur Überprüfung des Elterngeldanspruches einen Nachweis über die Arbeitszeit zu erteilen. Auch beim Elterngeld Plus wird eine partnerschaftliche Betreuung zusätzlich gefördert: Arbeiten beide Eltern in vier aufeinander folgenden Monaten parallel zwischen 25 und 30 Wochenstunden in Teilzeit, besteht für jeden Elternteil ein Anspruch auf vier weitere Monate Elterngeld Plus (sogenannter Partnerschaftsbonus).
 
Geänderte Regelungen zur Elternzeit
 
Es bleibt bei einer Elternzeit von drei Jahren für jeden Elternteil pro Kind. Davon können nun aber 24 statt bisher 12 Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes genutzt werden. Die Zustimmung des Arbeitgebers dazu ist nicht mehr erforderlich. Im Gegenzug wurde die Anmeldefrist entsprechend angepasst. Die Elternzeit muss beim Arbeitgeber sieben Wochen vor Antritt gemeldet werden, wenn sie bis zum dritten Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen wird. Für die Zeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes wurde die Anmeldefrist auf 13 Wochen erhöht.
Es bleibt nach wie vor dabei, dass die Eltern sich festlegen müssen, für welche Zeiten innerhalb der ersten beiden Lebensjahre des Kindes Elternzeit genommen werden soll. Der besondere Kündigungsschutz beginnt entsprechend der Ankündigungsfristen bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes acht Wochen vor Beginn der Elternzeit, zwischen dem dritten Geburtstag und dem achten Geburtstag beginnt er 14 Wochen vor Beginn der Elternzeit.
Die Elternzeit kann auf maximal drei Zeitabschnitte aufgeteilt werden. Dazu ist die Zustimmung des Arbeitgebers nicht erforderlich. Der Arbeitgeber kann der Inanspruchnahme des dritten Zeitabschnittes innerhalb von acht Wochen nach Zugang des Antrages aus dringenden betrieblichen Gründen widersprechen, wenn dieser Abschnitt zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes liegt.
Möchten die Eltern während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten, ist die Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich. Sie gilt aber als erteilt, wenn der Arbeitgeber nicht innerhalb einer bestimmten Frist widerspricht. Liegt die Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren des Kindes, muss der Arbeitgeber innerhalb von vier Wochen nach Antragstellung reagieren. Bei einer Verringerung der Arbeitszeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes beträgt die Frist acht Wochen. Eine Ablehnung des Teilzeitwunsches ist schriftlich zu begründen.
Weitere Informationen zur Elternzeit, ein Elterngeldrechner sowie Ansprechpartner vor Ort gibt es auf den Internetseiten des Bundesfamilienministeriums www.familien-wegweiser.de


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