Fachkräftesicherung:
Zuwanderung als Chance

Gegenwärtig geht das Statistische Bundesamt aufgrund der hohen Nettozuwanderung nach Deutschland für die Jahre 2014 und 2015 von einem Zuwanderungssaldo von jeweils 500.000 Personen aus. Dies ist der höchste Stand seit 1993. Im Hinblick auf die mittelfristige Entwicklung ist aber eine allmähliche Beruhigung des Wanderungsgeschehens absehbar, so die Statistiker. Der Saldo wird danach innerhalb von sechs Jahren wieder sinken.

Viele junge Menschen kommen derzeit aus EU-Ländern nach Deutschland, die selbst vor einer demografischen Herausforderung stehen. Deshalb sollte verstärkt in Drittstaaten für die Bundesrepublik als Einwanderungsland geworben werden. Dies ist dann besonders wirkungsvoll, wenn administrative Hürden für Menschen, die hier einen Job suchen, gesenkt werden.
 
Fachkräfteengpässe überwinden
 
Aktuell fehlen in Deutschland bereits beruflich und akademisch ausgebildete Fachkräfte, vor allem im Bereich Technik und im Gesundheitswesen. Nur mit Hilfe von Zuwanderern lassen sich diese Engpässe deutlich reduzieren. Migranten stärken den Arbeitsmarkt und schieben so auch das Wachstum hierzulande an. Laut Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erhöht sich die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts dauerhaft um bis zu 0,4 Prozentpunkte, wenn die jährliche Zuwanderung um 100.000 Personen gesteigert werden kann.
 
Vor diesem Hintergrund lohnt es sich besonders, junge Menschen aus dem Ausland zum Studium in Deutschland zu motivieren. Etwa jeder Zweite bleibt nach dem Abschluss hier und sucht sich eine Arbeit. Insofern kann Zuwanderung auch über ein attraktives Hochschulangebot forciert werden.
 
Zuwanderung auch aus Drittstaaten
 
Auch in anderen europäischen Ländern geht der Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung zurück. Daher sollten Zuwanderer insbesondere aus Regionen gewonnen werden, die ein hohes Qualifikationsniveau und ein hohes Bevölkerungswachstum haben. Das ist beispielsweise in Süd- und Südostasien der Fall. Einer stärkeren Zuwanderung aus Drittstaaten stehen gegenwärtig noch viele administrative Hürden im Wege. So können beispielsweise Visa-Verfahren sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
 
Mit einer Reform des Einwanderungsrechts kann man nicht nur solche Schwierigkeiten in den Griff bekommen, sondern noch an einer anderen Stelle nachjustieren: Hochqualifizierten Fachkräften, die in Deutschland besonders benötigt werden, sollte der Zuzug auch ohne konkretes qualifikationsadäquates Stellenangebot ermöglicht werden. Dies könnte helfen, hierzulande die Folgen des demografischen Wandels abzufedern. Ferner lassen sich die Potenziale der in der Bundesrepublik lebenden Flüchtlinge deutlich besser nutzen als bisher. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hat etwa jeder fünfte Asylbewerber einen Hochschulabschluss; etwa jeder dritte bringt einen Abschluss mit, der dem deutscher Facharbeiter entspricht.

 

»Make it in Germany« ist ein mehrsprachiges Willkommensportal für internationale Fachkräfte. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angeboten, informiert zuwanderungsinteressierte Fachkräfte über ihre Karrierechancen und zeigt, wie sie erfolgreich ihren Weg nach Deutschland gestalten können. Arbeitgeber erhalten Tipps bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte.
 


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