Sozialpartner-Initiative 'Start in den Beruf'
Neue Chancen für Jugendliche

In diesem Herbst erhalten erneut rund 250 Jugend­liche die Chance, sich in der Chemie-Branche für eine anschließende Ausbildung fit zu machen. Zuvor hatten sie wegen persönlicher und fachlicher Defizite keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die Jugendlichen sind Teilnehmer an der Berufsvorbereitungsmaßnahme „Start in den Beruf”, die im Jahr 2000 gemeinsam
von Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) initiiert wurde. Erklärtes Ziel ist, ausbildungswillige Jugendliche so zu fördern, dass sie die notwendige Ausbildungsreife erlangen.
Bis heute sind in den beteiligten Chemie-Unternehmen 11 Durchläufe mit jährlich 200 bis 250 Teilnehmern absolviert worden. Dabei ist es gelungen, dem größten Teil der Jugendlichen Zukunftsperspektiven für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung zu eröffnen.
 
Junge Menschen im Mittelpunkt
 
„Perspektiven schaffen, Chancen nutzen“ - dieser Ansatz zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat in der Chemie eine lange Tradition. Bereits 1977 wurde der „Tarifvertrag für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss und ausländische Jugendliche“ vereinbart. 1989 folgte der „Tarifvertrag zur Förderung der Integration von Jugendlichen“.
Die Idee der Jugendförderung wurde im Lauf der Zeit kontinuierlich weiterentwickelt. In Anlehnung an pädagogische Konzepte aus der Firmenpraxis haben die Chemie-Sozialpartner schließlich im Jahr 2000 „Start in den Beruf“ als Initiative für die gesamte Chemie-Branche ins Leben gerufen.
Eine Besonderheit aus Sicht der teilnehmenden Jugendlichen: Sie erhalten eine Eingliederungsvergütung von monatlich 450 Euro. Der Unterstützungsverein der chemischen Industrie (UCI) - eine gemeinsame Einrichtung von BAVC und IG BCE - leistet eine finanzielle Unterstützung zum Start-Programm. Bis heute wurden durch den UCI fast 2.500 Jugendliche gefördert - mit einem Gesamtvolumen von 5,3 Millionen Euro.
 
Konzeption und Zielsetzung
 
Mit „Start in den Beruf“ sollen Schulabgänger, denen die Voraussetzungen für die Aufnahme einer Ausbildung fehlen, durch ein 6- bis 12-monatiges Förderprogramm zur Ausbildung qualifiziert oder in das Berufsleben eingegliedert werden. Entscheidend für den bisherigen Erfolg des Programms ist die enge Verbindung von betrieblicher Praxis, theoretischer Wissensvermittlung und intensiver sozialpädagogischer Betreuung. Damit können auch Defizite im Verhaltensbereich ausgeglichen werden.
Die Jugendlichen sammeln im Start-Programm Erfahrungen in der Arbeitswelt und lernen die betrieblichen Anforderungen und Abläufe in unterschiedlichen Berufsfeldern kennen. Dies ermöglicht ihnen Berufsorientierung, z.B. in naturwissenschaftlichen und gewerblich-technischen Berufen, im kaufmännischen Bereich oder bei Handwerks- und Gastronomie-Berufen.“Wir helfen den Teilnehmern, ihre Stärken zu ent­wickeln und fördern notwendige Schlüsselqualifikationen. Zu unseren Zielen gehört auch, die Ausdauer der Teilnehmer zu verbessern sowie Genauigkeit und Sorgfalt zu schulen. Indem die Jugendlichen lernen, zielgerichtet zu arbeiten, wird ihre Motivation gefördert und die eigene Leistungsfähigkeit entdeckt“, erklärt Dirk Meyer, Geschäftsführer Bildung, Wirtschaft, Arbeitsmarkt im BAVC.
 
Engagement zahlt sich aus
 
Die am „Start in den Beruf“-Programm beteiligten Unternehmen zeigen ein hohes gesellschaftspolitisches und auch finanzielles Engagement. Pro Start-Platz investieren die Unternehmen bis zu 14.000 Euro. Dieser Aufwand - auch der persönliche Einsatz der Ausbilderinnen und Ausbilder - lohnt sich: Für eine Vielzahl von Jugendlichen ergeben sich so neue Perspektiven und gute Chancen für eine berufliche Ausbildung - und damit für ein eigenständiges Leben. Auch die Unternehmen profitieren: Sie erschließen sich neue Zielgruppen und Potenziale für die Nachwuchsgewinnung.
 
Erfolgreiche Bilanz
 
Von den insgesamt 2.484 Jugendlichen der Jahrgänge 2000 bis 2011, die bisher durch den UCI gefördert wurden, haben rund 80 Prozent ihre Perspektive auf dem Arbeitsmarkt verbessern können. Sie haben entweder eine Ausbildung begonnen (70 Prozent), eine weiterführende Schule besucht (6 Prozent), direkt einen Arbeitsplatz angetreten (3 Prozent) oder eine sonstige Anschlussmaßnahme begonnen (1 Prozent). Etwa 20 Prozent der Teilnehmer haben das Programm vorzeitig abgebrochen oder ihr anschließender Verbleib ist unbekannt.
Durch die hohen Übergangsquoten in eine anschließende Ausbildung ist das Start-Programm auch ein direkter Kanal für die Gewinnung von Auszubildenden. Mehr als 50 verschiedene Berufsbilder sind von den erfolgreichen Start-Absolventen bisher gewählt worden.
Die TOP 5 der Ausbildungsberufe im Anschluss an das Start-Programm sind: Chemikant/in, Industriemechaniker/in, Anlagenmechaniker/in, Produktionsfachkraft Chemie sowie Elektroniker/in. Es überwiegen damit klassische Facharbeiterberufe, die in der chemischen Industrie etabliert und nachgefragt sind.
Weitere Informationen zu „Start in den Beruf“ finden Sie unter www.uci-wiesbaden.de


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