Die Unternehmen der europäischen Chemie-Industrie bieten ihren Mitarbeitern im Vergleich mit anderen Branchen sichere Arbeitsplätze bei einem deutlich höheren Einkommen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchungsreihe der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) mit Sitz in Dublin.
Eurofound erhebt seit 1991 in einem Abstand von jeweils fünf Jahren Daten über die Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Branchen. Befragt werden je 1.000 Beschäftigte in jedem der 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in Kroatien, der Türkei, Norwegen und der Schweiz. Die im Juli 2009 vorgestellte Analyse zur chemischen Industrie basiert auf Daten von 2005.
Attraktive Arbeitsplätze
Der Untersuchung zufolge sind fast ein Drittel (31,7 Prozent) der europäischen Chemie-Beschäftigten ihrem Arbeitgeber seit mindestens 16 Jahren verbunden. Im Durchschnitt aller Branchen trifft dies für nicht einmal ein Viertel aller Mitarbeiter zu
(22,4 Prozent). Das heißt: Die Arbeitsplatzsicherheit in der chemischen Industrie ist deutlich stärker ausgeprägt, als in anderen Wirtschaftsbereichen. Auch werden die Chemie-Unternehmen augenscheinlich als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen, so dass ein Arbeitsplatzwechsel eher selten angestrebt wird. Darüber hinaus können die Mitarbeiter während ihrer Betriebszugehörigkeit das für die Firmen essentielle Know-how kontinuierlich verbessern.
Unternehmen und Mitarbeiter profitieren
Das zahlt sich aus – für Unternehmen und Mitarbeiter. In der chemischen Industrie erreichen 35,1 Prozent der Beschäftigten die höchste Einkommensklasse, die in der Erhebung abgefragt wird. Für den Durchschnitt aller Branchen trifft dies lediglich auf 24,3 Prozent aller Arbeitnehmer zu. Es scheint realistisch, dass sich dieser Trend in den Jahren nach der Datenerhebung (2005) noch verstärkt hat, da z. B. die deutsche Chemie-Industrie bis Herbst 2008 einen konjunkturellen Höhenflug erlebt hat.









