Preisentwicklung
Deflation - Inflation - Irritation

'Alles Schlechte hat auch sein Gutes' - so der Volksmund. Dies trifft auch auf die Ökonomie zu. Denn in der aktuellen Krise sind wir Zeugen eines seltenen Ereignisses: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli 2009 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent gesunken - zum ersten Mal seit 22 Jahren.

Und nicht nur das: Auch auf den Vorstufen bei den Einzelhandels- und Großhandelspreisen sowie bei den Erzeugerpreisen gab es deutliche Rückgänge. Die Preisabschläge auf diesen Ebenen waren so hoch wie noch nie seit Beginn der statistischen Erhebungen. 

Ölpreis sorgt für Entlastung

Hinter den massiven Preisabschlägen verbergen sich in erster Linie die Folgen der stark rückläufigen Ölpreise. Im Juli vergangenen Jahres hatte das Rohöl mit über 140 Dollar je Barrel die Spitze erklommen, um bis zum Jahresende auf rund 40 Dollar je Barrel abzustürzen. Aktuell schwankt der Barrel-Preis um 75 Dollar.

Der Rückgang der Preise führt dazu, dass die Verbraucher wieder mehr für ihren Euro bekommen. Gemessen an der verfügbaren Kaufkraft bedeutet jeder Prozentpunkt Inflation weniger eine zusätzliche Kaufkraft von etwa 15 Milliarden Euro. Dies ist ein Grund für das trotz Krise bislang stabile Verbrauchervertrauen in Deutschland.

Bei allem Grund zur Freude warnen Fachleute allerdings bereits vor einer anstehenden Deflation mit den dazugehörenden Konsequenzen: Kaufzurückhaltung, sinkende Nachfrage, niedrige Auslastung der Industriekapazitäten, Entlassungen.

Risiken überschaubar

Die Deflationsgefahr scheint aber gering. Möglicherweise wird das Verbraucherpreisniveau im Jahresdurchschnitt 2009 zwar leicht sinken. Dies ist jedoch auf einzelne Gütergruppen, nicht auf ein generelles Absinken der Preise zurückzuführen. Klammert man Energie und Nahrung aus dem Verbraucherpreisindex aus, so ist ein Anstieg von 1,4 Prozent zu verzeichnen.

Bei einem Wiederanziehen der Konjunktur besteht vielmehr die Gefahr, dass die Inflationsspirale sich wieder zu drehen beginnt. Die Europäische Zentralbank stellt dies vor eine große Herausforderung: Sie muss die Liquidität, die sie in den Markt gepumpt hat, dann wieder abziehen, ohne dabei die Konjunktur abzuwürgen.



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