Chemie-Arbeitskosten 2011
Deutlicher Anstieg auf 48,95 pro Stunde

Die Unternehmen der chemischen Industrie mussten im Jahr 2011 signifikant mehr für eine Arbeitsstunde zahlen als im Vorjahr. Die Chemie-Arbeitskosten 2011 betrugen in Westdeutschland 48,95 Euro und in Ostdeutschland 34,31 Euro je Beschäftigtenstunde. Dies geht aus Berechnungen des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) hervor.
 
Mit 79.000 Euro je Vollzeitkraft lagen die Arbeitskosten in der westdeutschen chemischen Industrie danach gut 3.750 Euro oder 5 Prozent höher als im Vorjahr. In der ostdeutschen Chemie ist der Anstieg sogar noch kräftiger ausgefallen: Hier liegt die Summe aus Direktentgelt und Personalzusatzkosten mit 57.000 Euro je Beschäftigten um 4.650 Euro oder knapp 9 Prozent höher als im Jahr zuvor.
 
Kostenbestandteile
 
Die Ergebnisse im Einzelnen: Die westdeutschen Chemie-Arbeitskosten von insgesamt 79.013 Euro setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Zum Bruttojahresverdienst eines Mitarbeiters (59.473 Euro) kommen die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung hinzu (9.968 Euro), weiterhin die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung (6.928 Euro) sowie sonstige Personalzusatzkosten (2.644 Euro) wie etwa Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung, Kantinenzuschüsse oder Familienbeihilfen. Diese zusätzlichen Kostenbestandteile addieren sich im Jahr 2011 in der westdeutschen Chemie-Industrie auf 32,9 Prozent des Bruttojahresverdienstes.
 
Arbeitskosten je Stunde
 
Im Jahr 2010 waren die Chemie-Arbeitskosten je Stunde zuletzt sogar geringfügig gesunken, da die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden während der konjunkturellen Erholung nach dem Krisenjahr 2009 überproportional angestiegen war. Im Berichtsjahr 2011 überwog der Kosteneffekt nunmehr deutlich. Die Chemie-Arbeitskosten je Stunde lagen in Westdeutschland mit plus 5,0 Prozent und in Ostdeutschland mit plus 9,4 Prozent sehr deutlich über den Vorjahreswerten.
 
Entwicklung seit 2009
 
Zur sachgerechten Einschätzung der aktuellen Kostenentwicklung sollte der Blick auf die Veränderungen der letzten Jahre ausgeweitet werden.
 
Der Zeitfaktor:
Anders als in der Gesamtwirtschaft sind die Arbeitskosten je Stunde in der Chemie-Branche im Krisenjahr 2009 zunächst nicht gesunken. Denn die Chemie-Unternehmen haben an ihren Belegschaften festgehalten, obwohl die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden mangels Aufträgen rückläufig war.
Im Jahr 2010 gab es dann die Gegenbewegung: Durch die überproportionale Ausweitung des Arbeits­volumens hat es auch in der Chemie erstmals einen leichten Rückgang bei den Arbeitskosten je Stunde gegeben. Im Jahr 2011 lag die Arbeitszeit nunmehr wieder auf
Vorkrisenniveau.
 
Der Kostenfaktor:
Auch bei der Kostenstruktur zeigt sich eine Normalisierung. Zum einen sind keine Remanenzkosten für Kurzarbeit mehr angefallen, zum anderen haben die während der Wirtschaftskrise heruntergefahrenen Sonderzahlungen und Boni zuletzt wieder deutlich zugenommen. Die im Vergleich zu 2008 stärker angestiegenen Chemie-Arbeitskosten in Ostdeutschland (plus 16 Prozent; West: plus 9 Prozent) erklären sich größtenteils aus der nunmehr vollständig realisierten Angleichung der Tarifentgelte.


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