Markenzeichen Chemie-Sozialpartnerschaft
Gemeinsam mehr erreichen

Sozialpartnerschaft ist die Erfolgsformel der chemischen Industrie: Kooperativ und pragmatisch suchen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach den besten Lösungen für Unternehmen und Beschäftigte.
Dabei geht es nicht darum, vorhandene Gegensätze zu verwischen, sondern in einem kontinuierlichen Dialog auf Augenhöhe auszuloten, welche gemeinsamen Schnittmengen bestehen und wie Gegensätze konstruktiv zum Wohle der Branche ausgeglichen werden können. Mit ihrer besonderen Sozialpartnerschaft tragen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) dazu bei, das Beste für die Branche heraus­zuholen.
 
Selbstverständnis der Sozialpartner
 
„Auf der Grundlage ihres verfassungsrechtlich verankerten Auftrags ist es die zentrale Aufgabe der Tarifvertragsparteien in der chemischen Industrie, die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zu regeln. Durch den kontinuierlichen Aufbau und die Intensivierung des gegenseitigen Vertrauensverhältnisses hat sich zwischen IG BCE und BAVC in mehr als drei Jahrzehnten eine besondere Form der Zusammenarbeit entwickelt: Aus Konfliktparteien wurden Kooperations- und schließlich Sozialpartner, die, unter Wahrung der jeweiligen Interessen, immer auch die gemeinsame Verantwortung für eine nachhaltige Gestaltung der Chemie-Branche und der Gesellschaft insgesamt vor Augen haben. Die in der chemischen Industrie heute praktizierte Sozialpartnerschaft ist die effizienteste und für die jeweiligen Mitglieder mit dem größten Nutzen verbundene Form des Umgangs zwischen den Tarifvertragsparteien. Sie drückt sich insbesondere aus in modernisierten Flächentarifverträgen, außertariflichen Sozialpartner-Vereinbarungen, gemeinsamen Einrichtungen der Sozialpartner sowie der aktiven Beteiligung am Europäischen Sozialen Dialog der Chemie-Branche.“
 
In diesen Sätzen ist das Selbstverständnis der Chemie-Sozialpartner definiert. Sie sind Teil der Sozialpartner-Vereinbarung „Verantwortliches Handeln in der Sozialen Marktwirtschaft“, die am 14. August 2008 in Anwesenheit des Bundespräsidenten von IG BCE und BAVC unterzeichnet wurde.
 
Bauwerk der Chemie-Sozialpartnerschaft
 
In der kontinuierlichen Zusammenarbeit der Tarifpartner ist ein differenziertes Instrumentarium zur Erfüllung der gemeinsamen Aufgaben entstanden. Dieses „Bauwerk der Chemie-Sozialpartnerschaft“ umfasst:
  • Tarifverträge, in denen bundesweit und regional Entgeltbedingungen und allgemeine Arbeitsbedingungen geregelt werden. Mit neuartigen Tarifverträgen zu Altersvorsorge, Nachwuchssicherung und Demografie haben IG BCE und BAVC vielfach Neuland beschritten und ihre tarifpolitische Spitzenposition ausgebaut.
  • Außertarifliche Sozialpartner-Vereinbarungen zu besonderen Themen wie z.B. Standortsicherung und Chancengleichheit.
  • Gemeinsame Einrichtungen der Sozialpartner für spezielle Arbeitsgebiete wie z.B. Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA).
  • Die Flexibilisierung der Chemie-Tarife: IG BCE und BAVC haben seit Mitte der 1990er Jahre zahlreiche Flexibilisierungen und Öffnungen in ihren Tarifverträgen verankert; sie waren damit mehrfach Vorreiter.  
Außertarifliche Vereinbarungen
 
Die Arbeitsbedingungen werden von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften traditionell durch tarifvertragliche Vereinbarungen geregelt. Doch nicht jedes Thema eignet sich für die Form des Tarifvertrages. Die Sozialpartner-Vereinbarungen in der chemischen Industrie sind der Beleg dafür, dass die Tarifpartner auch außerhalb von Tarifverhandlungen konkrete Ergebnisse erzielen können.
Mittlerweile gibt es über 50 solcher Vereinbarungen zu den unterschiedlichsten Themen von Beruf und Familie über Bildung bis hin zu Nachhaltigkeit. Zudem sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer der chemischen Industrie seit 2002 als erste große Industrie-Branche anerkannte Partner im sektoralen sozialen Dialog auf EU-Ebene. In Brüssel treten die Chemie-Sozialpartner regelmäßig einheitlich auf, um mit Nachdruck für die Schnittmenge gemeinsamer Interessen zu werben und Politik zum Wohle von Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen zu gestalten.
 
40 Jahre ohne Streik
 
Weil die „Chemie stimmt“, hat es den letzten Streik in diesem Industriezweig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1971 gegeben - vor 40 Jahren. Gemeinsam haben die Chemie-Tarifparteien schon frühzeitig auf den strukturellen Wandel der Arbeitswelt reagiert. Zuletzt stand die Bewältigung der Krise im Mittelpunkt. Die Sozialpartnerschaft hat dabei einen echten Härtetest überzeugend bestanden und dazu beigetragen, die schwerste Wirtschaftskrise in der Nachkriegszeit schnell und gut zu meistern. Im Interesse von Standort und Beschäftigung wurden Flexibilisierungsmöglichkeiten, Öffnungen und Entlas­tungen im Flächentarif verantwortlich genutzt.
Ein prägnantes Beispiel ist der vereinbarte Entgeltkorridor, mit dem in der Chemie als erstem großem Industriezweig auch bei den Tarifentgelten eine Flexibilisierung ermöglicht wurde. Mit diesem Instrument können Unternehmensleitung und Betriebsrat mit Zustimmung der Tarifparteien eine Absenkung beim Entgelt vereinbaren, vorausgesetzt, diese Maßnahme verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, sichert Arbeitsplätze oder dient zur Überwindung wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Auf der anderen Seite beteiligen Unternehmen ihre Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg. Übrigens: Schon seit 1988 gibt es in der Chemie keine Unterscheidung mehr zwischen Arbeitern und Angestellten - deshalb gibt es statt Lohn und Gehalt für alle Entgelt.
 
Zukunft der Sozialpartnerschaft
 
Die Chemie-Sozialpartnerschaft zeichnet sich aus durch pragmatisches, zielorientiertes Handeln bei Wahrung der jeweiligen Interessen. Mit modernen und flexiblen Tarifverträgen, vielfältigen Sozialpartner-Vereinbarungen und gemeinsamen Einrichtungen setzen IG BCE und BAVC Maßstäbe in der Tarif- und Sozialpolitik. Sie werden ihre über Jahrzehnte bewährte Sozialpartnerschaft fortentwickeln und ausbauen.
 
Mehr Informationen
Konkrete Beispiele für gelebte Sozialpartnerschaft sowie einzelne Vereinbarungen finden Sie unter www.chemie-sozialpartner.de
 


Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf ib_09_12_S1-Markenzeichen Chemie-Sozialpartnerschaft.pdf 653,8 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87