Altersstruktur der Chemie-Beschäftigten
Mehr Ältere, weniger Jüngere

Die Belegschaften der deutschen Chemie-Industrie werden immer älter. Das Durchschnittsalter liegt mittlerweile bei 42,4 Jahren. Im Jahr 2000 betrug dieser Wert noch 40,1 Jahre. Die Chemie weist dabei eine für die Industrie typische konzentrierte Altersverteilung auf, bei der die mittleren Altersgruppen überwiegen. Absehbar ist aber, dass in den nächsten Jahren eine beschleunigte Verschiebung hin zu einer stärker auf Ältere konzentrierten Struktur stattfinden wird. Mittlere und jüngere Altersgruppen bilden dann eine Minderheit, während die Zahl der älteren Beschäftigten weiter an Gewicht gewinnt. Folglich wird auch der altersbedingte Ersatzbedarf in den Unternehmen zügig ansteigen.
 
Die demografische Welle rollt
 
Besonders anschaulich wird das Phänomen der alternden Belegschaften, wenn man die Veränderungen zwischen den Altersklassen betrachtet. Anhand der für die westdeutsche chemische Industrie vorliegenden Daten ist dies im Zeitverlauf über 15 Jahre möglich. Im Jahr 1995 stellten die unter 40-Jährigen mit 53,3 Prozent noch die Mehrheit. Gegenwärtig liegt der „U 40-Anteil“ nur noch bei 36,3 Prozent. Den stärksten Zuwachs findet man in diesem Zeitraum bei der Gruppe der 40-bis 49-Jährigen (plus 10,7 Prozentpunkte). Bei den 50-bis 59-Jährigen ist zuletzt ebenfalls ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen. Ausgehend von einem in der Vergangenheit niedrigen Niveau nimmt zudem die Bedeutung der Altersklasse „60plus“ zu. Die „Rente mit 67“, der Rückgang von Vorruhestandsregelungen und damit die Verlängerung der Lebensarbeitszeit wird sich in Zukunft gerade in diesem Alterssegment niederschlagen.
 
Unterschiede zwischen Ost und West
 
Ähnlich wie bei den Jahresringen eines Baumes lassen sich anhand der Alterspyramide eines Landes, einer Branche oder eines Unternehmens besondere Einflüsse der Vergangenheit ablesen. Auch wenn der Chemie-Altersschnitt Ende 2010 in West (42,4 Jahre) und Ost (42 Jahre) nahezu identisch ist, so unterscheidet sich die Altersverteilung in den Unternehmen der ostdeutschen Chemie-Industrie signifikant von der Altersstruktur in Westdeutschland. Bedeutendster Unterschied: Der Anteil der 40- bis 49-Jährigen fällt im Osten deutlich geringer aus, da nach der Wiedervereinigung über viele Jahre weniger Neueinstellungen Jüngerer vorgenommen wurden. Gleichzeitig ist heute sowohl der Anteil der Älteren als auch der Anteil der Jüngeren stärker ausgeprägt. Die ostdeutschen Chemie-Unternehmen haben frühzeitig auf den zu erwartenden Rückgang der Schulabgängerzahlen reagiert („Wendeknick“ bei den Geburten ab 1990) und ihr Ausbildungsengagement entsprechend ausgeweitet, obwohl zunächst nur wenig altersbedingter Ersatzbedarf bestanden hat. Ablesbar ist dies heute am höheren Anteil jüngerer Beschäftigter.
 
Den Wandel gestalten
 
Die Unternehmen der Chemie-Branche haben auf breiter Front die Notwendigkeit erkannt, die mit den demografischen Veränderungen verbundenen Herausforderungen aktiv zu gestalten, um Produktivität, Innovationsfähigkeit und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Neben der Nachwuchssicherung stellen sich vor allem Fragen zum Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaften in den Bereichen Qualifizierung, Arbeitsorganisation und -gestaltung sowie Gesundheit. Als verbindlicher Bestandteil des Tarifvertrags „Lebensarbeitszeit und Demografie“ haben im Jahr 2009 flächendeckend betriebliche Demografie-Analysen stattgefunden. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse dienen in den Chemie-Unternehmen als Grundlage für die Ausarbeitung und Umsetzung maßgeschneiderter Lösungen vor Ort.
 


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