Prävention als Investition in die Zukunft
Gesundheit fördern

Die Gesundheit ihrer Mitarbeiter spielt für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen eine wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels, einer längeren Lebensarbeitszeit, aber auch eines verschärften Wettbewerbs zwischen den Unternehmen, werden nicht nur qualifizierte, sondern auch gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter gebraucht. Die Unternehmen der chemischen Industrie investieren bereits heute umfangreich in die Förderung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter durch gesetzlich vorgesehene Präventionsleistungen sowie freiwillige Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.
 
Intensive Präventionsleistungen
 
In den Chemie-Unternehmen hat der Schutz der Mitarbeiter vor betrieblichen Gefährdungen traditionell eine vorrangige Bedeutung. Die Gefährdungsbeur­teilung ist dabei ein zentrales Instrument des Arbeitsschutzes. Hier hat die Verhältnisprävention Vorrang, also Maßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren einschließlich der Gestaltung der Arbeit nach neuesten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.
Darüber hinaus stellt das Betriebliche Eingliederungs­management (BEM) ein weiteres Instrument der Prävention dar. Das Ziel ist hierbei, möglichst viele Langzeiterkrankungen und Frühverrentungen durch eine gute Wiedereingliederung zu vermeiden.
 
Betriebliche Gesundheitsförderung
 
Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren von einer zusätzlichen freiwilligen betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Hierzu gehört neben der Verhältnisprävention auch die Verhaltensprävention. Letztere zielt auf das Verhalten des Einzelnen ab, macht auf Risiken durch gesundheitsschädliche Lebensweisen aufmerksam und unterbreitet förderliche Angebote. Somit soll das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten geschärft werden.
Zwar können präventive Maßnahmen zunächst zu einer Kostenbelastung für die Unternehmen führen, aber der Abbau von Fehlzeiten und die Vermeidung von Betriebsstörungen bedeuten in der Regel eine Kostenentlastung. Gesündere Mitarbeiter sind motivierter und das Arbeitsklima in den Teams ist besser, wodurch die Produktivität gesteigert werden kann.
Darüber hinaus kann das Angebot der BGF als Signal der Wertschätzung betrachtet werden und damit zu einer größeren Mitarbeiterzufriedenheit, Mitarbeiterbindung und zur Steigerung der Attraktivität des Unternehmens beitragen.
 
Eigenverantwortung der Beschäftigten
 
Damit Unternehmen bei der Gesundheitsförderung erfolgreich sein können, müssen alle betrieblichen Maßnahmen durch gesundheitsbewusstes Verhalten und eine verantwortliche Lebensführung der Beschäftigten begleitet und unterstützt werden.
Jeder Einzelne ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Diese Verantwortung kann nicht delegiert werden. Wie etwa im Arbeitsschutzgesetz geregelt, trägt jeder Einzelne im Umgang mit Gefahren ein hohes Maß an Eigenverantwortung. So müssen etwa Arbeitsmittel sowie Schutzvorrichtungen und -aus­rüstung bestimmungsgemäß verwendet werden.
 
Förderung der psychischen Gesundheit
 
Da das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Interesse der Unternehmen liegt, ist auch die Förderung der psychischen Gesundheit ein wichtiges Anliegen der Chemie-Arbeitgeber. Es gilt, arbeitsbedingte Belastungen möglichst gering zu halten und die persönlichen Ressourcen der Mitarbeiter zu stärken.
Hierfür sind eine sachliche Debatte und ein konstruktiver Umgang mit Fragen der psychischen Gesundheit notwendig. Patienten werden heute häufiger und länger wegen psychischer Leiden krankgeschrieben. Der statistische Zuwachs als Krankheitsursache geht somit auch mit einem veränderten Diagnoseverhalten der Ärzte und der generellen Enttabuisierung in der Gesellschaft einher.
Psychische Erkrankungen sind keineswegs allein durch die Arbeit verursacht. Sie haben viele Ursachen, die im privaten und auch beruflichen Umfeld liegen können. Die Auswirkungen psychischer Belastungen hängen dabei auch von den persönlichen Einstellungen, Erfahrungen und Qualifikationen ab und sind somit individuell unterschiedlich.
 
Arbeit hat in der Regel einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit. Studien zeigen, dass Arbeitslose deutlich stärker von psychischen Leiden betroffen sind als Erwerbstätige. Arbeit stärkt die psychische Gesundheit, indem sie Selbstbestätigung und Anerkennung schafft und den Alltag strukturiert. Gleichwohl gilt es, die Arbeit so zu gestalten, dass davon möglichst keine Gefährdung für die psychische Gesundheit der Beschäftigten ausgeht. Hierzu können etwa die Erkenntnisse aus der Gefährdungsbeurteilung genutzt werden. Des Weiteren ist es erforderlich, dass sich betroffene Arbeitnehmer eigenverantwortlich und vertrauensvoll an den Arbeitgeber wenden, um so frühzeitig die notwendige Unterstützung und Hilfe erhalten zu können.
 
Konstruktives und pragmatisches Vorgehen
 
Nicht in einer ständig wachsenden Regelungsdichte, sondern in einer konsequenten und praxisnahen Prävention sehen die Chemie-Arbeitgeber die Gewähr für eine effektive Lösung betrieblicher Arbeitsschutz- und Gesundheitsfragen.
Vor allem im Bezug auf die psychische Gesundheit sind neue gesetzliche Regelungen weder sinnvoll noch notwendig. Es werden keine neuen Rechtsnormen benötigt, sondern eine verbesserte Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt psychischer Gesundheit. Deshalb plädieren die Chemie-Arbeitgeber für praxisnahe Handlungshilfen und weiterführende Forschung bezüglich der Wirkungszusammenhänge von psychischen Belastungen und Beanspruchungsfolgen, um so die Handlungs­sicherheit für die betriebliche Praxis zu erhöhen.
 
Stärkung von Kooperation
 
Die Chemie-Arbeitgeber erachten es als notwendig, dass die gewachsenen Strukturen im Bereich der sicherheitsfachlichen und betriebsärztlichen Betreuung, der Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Krankenkassen und der Interessenvertretungen effektiver miteinander verknüpft werden. Durch die Verbindung des vorhandenen Wissens aller an der Prävention Beteiligten können wertvolle Synergien genutzt werden, mit denen das Niveau des Arbeitsschutzes und der Gesundheitsförderung in der chemischen Industrie weiter verbessert und gleichzeitig Kostenentlastungen realisiert werden können.
 
Standpunkt von BAVC-Präsidentin Margret Suckale
 
Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, braucht ein Unternehmen gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter. In der Chemie-Industrie hat das Thema Gesundheit seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Das zeigen hohe Investitionen in den Arbeitsschutz, zurückgehende Unfallraten und freiwillige betriebliche Gesundheitsförderung. Durch den demografischen Wandel entsteht zusätzlicher Handlungsbedarf beim Thema Gesundheit und Gesundheitsmanagement. Es sind die Sozialpartner, die hier vorangehen sollten, nicht der Gesetzgeber. Dabei ist die Ver­antwortung der Arbeitgeber ebenso gefragt wie die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer. Es ist an der Zeit, das Thema Gesundheit gemeinsam neu zu denken.“ 
 


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