Chancenreiche Chemiker

Der Arbeitsmarkt für promovierte Chemie-Absolventen ist weiterhin günstig. Drei Viertel der Studienanfänger im Fach Chemie befinden sich in einem Bachelor-Studiengang. Die Zahl der Studienanfänger ist abermals zurückgegangen.

Dies sind die herausragenden Ergebnisse der Untersuchung „Chemiestudiengänge in Deutschland“, die die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) anhand der Daten für 2007 publiziert hat.
4.988 Personen haben im Jahr 2007 ein Chemiestudium begonnen (2006: 5.113). Davon waren 1.211 Anfänger in einem Diplom-Chemiestudium. Weitere 3.777 (2006: 2.436) begannen einen Bachelor-Studiengang im Fach Chemie. Die Zahl der neuen „Diplom-Studenten“ ist damit signifikant zurückgegangen. Der Anteil der „Bachelor-Studenten“ an den Erstsemestern hat sich gegenüber dem Vorjahr von 60 auf 75 Prozent erhöht. Insgesamt ist jedoch die Zahl der Studienanfänger im Fach Chemie vier Jahre in Folge zurückgegangen. 2003 begannen noch 6.381 Absolventen ein Chemiestudium.
 
Knapp 27.000 studieren Chemie
 
Die Gesamtzahl der Chemiestudierenden betrug im Jahr 2007 26.942, verglichen mit 27.270 ein Jahr zuvor. Von den Studierenden waren 18.921 „klassische“ Chemie-Studenten (inkl. Doktoranden), 7.238 (Vorjahr: 4.832) waren in Bachelor-Studiengängen und 783 (Vorjahr: 611) in Master-Studiengängen eingeschrieben. Hinzu kommen 763 (Vorjahr: 698) Studierende der Wirtschaftschemie.
 
Mehr Doktoranden
 
Die Zahl der Doktoranden ist, wie schon in den Vorjahren, abermals leicht angestiegen. Sie lag bei 5.561 (Vorjahr: 5.322). Bemerkenswert ist weiterhin der hohe, wenn auch leicht rückläufige Ausländeranteil bei den Doktoranden. Er liegt bei rund 23 Prozent. Offensichtlich, so die GDCh, kommen in erster Linie fortgeschrittene ausländische Studierende nach Deutschland, um ein Master-Studium oder eine Promotion zu absolvieren.

Promotionen:
Niedrigster Stand seit 22 Jahren
 
Der kontinuierliche Rückgang der Absolventen mit Promotion hat sich weiter fortgesetzt. Ihre Zahl lag mit 1.286 (Vorjahr 1.299) auf dem niedrigsten Stand seit 22 Jahren. Von den promovierten Absolventen kamen knapp 30 Prozent aus dem Ausland. Der Frauenanteil an den Promotionen lag bei rund einem Drittel. Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Diplom einschließlich der Diplomarbeit betrug 11,7 Semester, bis zur Promotion 19,6 Semester
(Vorjahr: 11,5 bzw. 19,7 Semester).
 
Bachelor, Master, Promotion
 
Der größte Teil der Diplom-Chemiker (90 Prozent) schloss, wie in den Vorjahren, unmittelbar an den Diplomabschluss eine Doktorarbeit an. Von den Absolventen, deren Verbleib der GDCh bekannt war, nahmen fast alle Bachelor-Absolventen ein Master-Studium auf und fast alle Master-Absolventen begannen eine Promotion. Der „klassische“ Weg, das Chemiestudium mit einer Promotion zu beenden, ist offenbar auch im Zeitalter von Bachelor und Master „erste Wahl“.
 
Karriere in der Chemie-Industrie
 
36 Prozent der promovierten Absolventen wurden in der chemischen Industrie eingestellt. Diese Quote bleibt damit auf einem unverändert hohen Niveau. Acht Prozent fanden
eine Anstellung in der übrigen Wirtschaft. 22 Prozent der Chemiker gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland, in den meisten Fällen zu einem Post-Doc-Aufenthalt. Eine befristete Stelle im Inland nahmen 16 Prozent an, sechs Prozent verblieben nach der Promotion in der Hochschulforschung bzw. an einem Forschungsinstitut. Vier Prozent kamen im öffentlichen Dienst unter, je ein Prozent nahm ein Zweitstudium auf oder wurde freiberuflich tätig. Gut sechs Prozent der promovierten Absolventen (Vorjahr: Sieben Prozent) war zum Zeitpunkt der Umfrage stellensuchend. Wie die GDCh ergänzend mitteilt, sinkt dieser Wert, bedingt durch den Umfragezeitpunkt, kaum unter fünf Prozent. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit der Absolventen ist vermutlich deutlich geringer.


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