Trotz Wirtschaftskrise
'Beruf und Familie' bleibt Top-Thema

Die Unternehmen der chemischen Industrie sind führend bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit zahlreichen Sozialpartner-Vereinbarungen, Veranstaltungen und konkreten Angeboten der Unternehmen unterstreicht die Branche den hohen Stellenwert einer chancengleichen und familienbewussten Personalpolitik. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise bekräftigen die Chemie-Sozialpartner diese Position mit einer gemeinsamen Erklärung:

Für eine chancengleiche und familienbewusste Personalpolitik – auch in der Krise

Gemeinsame Erklärung des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE)

 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt für die Unternehmen der chemischen Industrie ein Top-Thema – trotz Wirtschaftskrise. Seit dem Abschluss der Sozialpartner-Vereinbarung „Für eine chancengleiche und familienbewusste Personalpolitik“ im Jahr 2006 haben die Unternehmen der chemischen Industrie entsprechend der unterschiedlichen Ausgangssituationen vielfältige Maßnahmen zur Herstellung von mehr Chancengleichheit und zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in die betriebliche Praxis umgesetzt.

Allerdings sind derzeit die Unternehmen in Einzelfällen in Anbetracht der Krise gezwungen, notwendige Kostenreduzierungen vorzunehmen. Bei den hierfür erforderlichen Überlegungen empfehlen die Sozialpartner, die Auswirkungen auf die Situation der Familien nicht aus dem Blick zu verlieren.

Verantwortliches Handeln in der Krise

Die Chemie-Industrie handelt in der Krise verantwortlich. Die Unternehmen nutzen alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Stabilisierung von Beschäftigung. Arbeitsplatzabbau bleibt ultima ratio.

Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des prognostizierten Fachkräftemangels ist es für den künftigen Erfolg eines Unternehmens von zentraler Bedeutung, engagierte Fachkräfte und erfahrene Beschäftigte auch in Zeiten verminderter Auslastung zu halten. Auch der kürzlich vorgestellte Familienreport (des Bundesfamilienministeriums) unterstützt eindrücklich, dass gute Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig sind.

Gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie nimmt eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung von Chancengleichheit von Frauen und Männern ein, die auch in der Krise nicht vernachlässigt werden darf. 

Differenzierte Vorgehensweise in den Betrieben

Familienbewusstsein ist und bleibt eine Investition in die Zukunft. Gerade für Länder wie Deutschland, die aufgrund ihrer demografischen Situation neue Lösungen für den Arbeitsmarkt finden müssen, gehört die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu den Zukunftsaufgaben. Eine Abwendung von diesem Thema zum jetzigen Zeitpunkt würde bedeuten, sich Wege zu verschließen, die im harten Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte hilfreich sein können. Gefragt sind daher intelligente Lösungen; der Aufwand für das Unternehmen und der Nutzen für die Beschäftigten sind verantwortungsvoll zu prüfen. Dabei können unter Umständen auch öffentliche Fördermöglichkeiten genutzt werden.

Jene Unternehmen, die im Zuge der Wirtschaftskrise unter Druck geraten, sollten daher bei etwaigen Kostenreduzierungen den betriebswirtschaftlichen Nutzen einer familienbewussten Personalpolitik im Blick behalten.



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