Nachhaltigkeit
Initiative auf europäischer Ebene

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ teilt das Schicksal vieler politischer Begriffe, die vor lauter Um- und Neudefinitionen und infolge exzessiver Verwendung bis zur Unkenntlichkeit verwässert wurden. Jeder – Politik, Wirtschaft, ja Gesellschaft überhaupt – will nachhaltig sein; niemand lässt sich gerne vorwerfen, sein Lebens- oder Produktionsstil entspringe reinem Kurzfristdenken. Nachhaltigkeit ist „everybody’s darling“.
 
Dimensionen der Nachhaltigkeit
 
Bei so viel Verwendung und so wenig Inhalt tut es not, die Nachhaltigkeitsdebatte aus der Praxis heraus neu zu beleben. Diese Aufgabe wollen die europäischen Chemie-Verbände angehen. Anfang September unterzeichneten die höchsten Repräsentanten von ECEG (European Chemical Employers Group), EMCEF (European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation) und Cefic (European Chemical Industry Council) in Anwesenheit von EU-Sozial-und Beschäftigungskommissar László Andor eine gemeinsame Erklärung, die „Nachhaltigkeit“ erstmals in einem umfassenden, aus den Erfahrungen der Branche gespeisten Sinne definiert: Während die Umweltdimension effizienten Ressourcenverbrauch und ökologische Verantwortung betont, und sich „Nachhaltigkeit“ in sozialer Hinsicht vor allem auf gute Arbeitsbedingungen, lebenslanges Lernen und nachhaltige Beschäftigung bezieht, ist Wirtschaft dann nachhaltig, wenn Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit der Industrie gewahrt werden.
 
Ökonomisch, ökologisch, sozial
 
Die drei Chemie-Organisationen belassen es in ihrer Erklärung aber nicht bei reiner Begriffsarbeit, im Gegenteil: Sie fordern von den politischen Entscheidungsträgern, den vielen schönen Worten der Vergangenheit endlich Taten folgen zu lassen – konkret: die Empfehlungen der so genannten Hochrangigen Gruppe für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemie-Industrie ernst zu nehmen. Dieses Gremium, dem wichtige Vertreter der Europäischen Kommission, von Mitgliedstaaten, Unternehmen, Gewerkschaften, Umwelt-und Verbraucherschutzorganisationen sowie Wissenschaftler angehörten, war Mitte 2007 eingesetzt worden, um mittel-und langfristige Probleme der Branche in Europa zu analysieren und Empfehlungen für die Zukunft auszusprechen – mit dem ausdrücklichen Ziel, die europäische Chemie-Industrie international wettbewerbsfähig zu halten. Würde in Brüssel und Europas Hauptstädten umgesetzt, was sich die Hochrangige Gruppe Anfang 2009 selbst ins Stammbuch geschrieben hat (insbesondere in den Bereichen Bildung und Berufsbildung, Forschung und Entwicklung, Energie-und Klimapolitik sowie wettbewerbsorientierte Industriepolitik), wären wir einer nachhaltigeren Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft einen bedeutenden Schritt näher – und wüssten damit besser, welche Inhalte den Begriff „Nachhaltigkeit“ tatsächlich prägen sollten.


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