Nachwuchssicherung in der Chemie
Eine Branche bewirbt sich

Selten haben sich die Vorzeichen einer politischen Debatte so gründlich verändert wie in der Diskussion um Ausbildungsplätze. Wurde sonst im Oktober fast schon ritualisiert über die „Lehrstellenlücke“ geklagt, sieht die Realität mittlerweile gänzlich anders aus. Heute bestimmt nicht die Zahl unversorgter Bewerber die Schlagzeilen, sondern die Zahl „unversorgter Ausbildungsplätze“. Der Markt hat sich innerhalb weniger Jahre komplett gedreht. Dabei werden die Auswirkungen des demografischen Wandels durch doppelte Abiturjahrgänge derzeit noch abgeschwächt. Der Handlungsdruck wird weiter steigen.
 
Top-Thema für die Chemie-Arbeitgeber
 
Auch für die chemische Industrie ist Nachwuchs­sicherung von existenzieller Bedeutung. Die Branche braucht ausreichend Fachkräfte, um weiterhin innovativ und konkurrenzfähig zu sein. Die Chemie-Sozialpartner haben daher frühzeitig gemeinsame Strategien gegen den Fachkräftemangel entwickelt:
 
  • Seit 2003 garantiert ein eigener Tarifvertrag ein hohes Ausbildungsplatzniveau in der Chemie-Industrie. Für 2012 sollen erneut mindestens 9.000 Plätze angeboten werden.
  • Mit dem Programm „Start in den Beruf“ erhalten Jugendliche seit 12 Jahren die Chance, sich in der Chemie für eine Ausbildung fit zu machen. Über 2.000 Jugendliche, die wegen persönlicher und fachlicher Defizite zuvor keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten, konnten so ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
 
Attraktivität der Branche vermitteln
 
Obwohl die Chemie-Unternehmen bereits massiv in Ausbildung investieren, wird es immer schwieriger, ausreichend Nachwuchs zu finden. Jetzt kommt es verstärkt darauf an, potenziellen Azubis die Attraktivität der Branche zu vermitteln: Die Chemie bietet spannende Aufgaben, tariflich gesicherte Arbeits­bedingungen, überdurchschnittlichen Verdienst und gute Perspektiven. Dies kommuniziert die Branche mit der Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt“. So kann sich die chemische Industrie einen wertvollen Vorsprung erarbeiten. Denn der Wettbewerb um die Fachkräfte von morgen hat längst begonnen.


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