Wirtschaftliche Lage
Dämpfer für die Chemie-Konjunktur

Nach einem guten Jahresstart musste die deutsche Chemie-Konjunktur im zweiten Quartal einen Rückschlag hinnehmen. Die EU-Schuldenkrise schlägt sich nunmehr auch beim Inlandsgeschäft nieder. Dies kann derzeit durch das Auslandsgeschäft nicht vollständig kompensiert werden.
 
Produktion
 
Die Chemie-Produktion sank im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 2,8 Prozent und lag damit im Vergleich zum starken Vorjahresquartal um 6,7 Prozent niedriger. Die Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen bewegte sich mit 84,1 Prozent im Normalbereich. Im Juli ist die Produktion gegenüber dem Vormonat wieder um 1,5 Prozent gestiegen.
 
Preise und Umsatz
 
Mit 45,2 Milliarden Euro lag der Chemie-Umsatz bei spürbar angestiegenem Preisniveau mit 0,5 Prozent nur geringfügig unter dem Wert des Vorquartals. Der Anstieg der Erzeugerpreise hat sich im zweiten Quartal zunächst fortgesetzt. Chemikalien waren 2,5 Prozent teurer als im Jahr zuvor.
Während der Inlandsumsatz (17,3 Milliarden Euro) gegenüber dem ersten Quartal saisonbereinigt um 4,1 Prozent rückläufig war, ist der Auslandsumsatz (27,9 Milliarden Euro) um 1 Prozent gewachsen. Der Heimatmarkt Europa erweist sich gegenwärtig für die deutsche Chemie als konjunktureller Bremsklotz, der durch die Dynamik in Lateinamerika, den USA oder Asien nicht vollständig überwunden werden kann.
 
Beschäftigung
 
Bei der Beschäftigungssituation in der Chemie-Branche ist das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Nach amtlicher Abgrenzung waren im zweiten Quartal rund 437.000 Mitarbeiter in der chemischen Industrie beschäftigt. Dies sind 2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In der weiteren Jahresentwicklung 2012 ist mit dem Auslaufen des Beschäftigungszuwachses in der Chemie zu rechnen.
 
Produktivität und Lohnstückkosten
 
Bedingt durch den Zuwachs der Beschäftigung bei gleichzeitigem Rückgang der Produktion ist die Produktivität in der Chemie-Branche im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 8 Prozent gesunken. Das Entgelt je Beschäftigten erhöhte sich in den ersten 6 Monaten des Jahres 2012 um knapp 3 Prozent. Entsprechend haben die Lohnstückkosten in der ersten Jahreshälfte deutlich angezogen: um 11 Prozent.
 
Ausblick
 
Nach dem schwachen zweiten Quartal hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) Anfang September seine Prognose für das Jahr 2012 angepasst.
Danach ist bei der Chemie-Produktion nunmehr mit einem Rückgang um 3 Prozent zu rechnen. Das Preiswachstum wird sich abschwächen und auf Jahresbasis 2,5 Prozent betragen. Der Chemie-Umsatz wird bei 184 Milliarden Euro stagnieren.


Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf ib_10_12_Wirtschaftliche_Lage.pdf 709,9 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87