Chemie-Konjunktur
Enttäuschte Erwartungen

Fünf Jahre sind vergangen seit der Pleite von Lehman Brothers. Was folgte, war ein rasanter Absturz der Weltwirtschaft und eine ebenso unerwartete konjunkturelle Erholung. Seit Mitte 2011 allerdings kommt die Wirtschaft nicht vom Fleck. Das Geschäft stagniert, die Kosten steigen.
 
Stagnierendes Geschäft bei steigenden Kosten
 
Beispiel Chemie-Industrie: In den letzten zehn Quartalen war keine signifikante Steigerung der Produktion zu verzeichnen. Heute liegt die Chemie-Produktion noch immer unterhalb des Vorkrisenniveaus von 2007. Ganz anders die Kosten: Ihre Entwicklung kennt derzeit nur eine Richtung — nach oben.
 
Insbesondere die steigenden Kosten für Energie gefährden die Wettbewerbsfähigkeit des Chemie-Standorts Deutschland. Steuert die Politik nicht massiv gegen, werden Investitions- und Standortentscheidungen mehr und mehr gegen Deutschland getroffen. Eine starke Industrie braucht eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung.
 
Während die erhoffte Belebung des Chemie-Geschäfts wiederholt ausgeblieben ist, sind die Arbeitskosten hierzulande weiter gestiegen. Der wirtschaftlichen Stagnation der chemischen Industrie stehen Tarifabschlüsse von 4,1 Prozent in 2011 und zuletzt 4,5 Prozent gegenüber. Nur in Belgien müssen die Chemie-Unternehmen höhere Arbeitskosten tragen als in in der Bundesrepublik Deutschland, während andere internationale Wettbewerber mit niedrigeren Kosten kalkulieren können.
 
Auf Hoffnung folgt Ernüchterung
 
Die Einschätzungen zur Chemie-Konjunktur weisen seit 2011 ein bedenkliches Muster auf: Allzu oft folgte den Hoffnungen der Branche auf eine positive Entwicklung in den letzten Jahren nur Ernüchterung. Allzu oft mussten optimistische Prognosen aufgrund der anhaltenden Unsicherheit und der realen wirtschaftlichen Gegebenheiten im Jahresverlauf nach unten korrigiert werden.
Für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Schere zwischen realer wirtschaftlicher Entwicklung und steigenden Kosten nicht weiter auseinander geht. Alles andere ist Gift für Unternehmen und Arbeitsplätze.


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