Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“
Starkes Engagement der Unternehmen

Im September sind in der chemischen Industrie erneut rund 9.000 junge Menschen mit einer Ausbildung ins Berufsleben gestartet. Ob als Chemikant, Elektroniker, Anlagenmechaniker, Industriekaufmann oder als Fachinformatiker — in über 50 Berufen und dualen Studiengängen bietet die Chemie-Branche Einstiegschancen für Jugendliche mit unterschiedlichsten Talenten.
 
Demografische Vorsorge
 
Seit dem Jahr 2003 wird das Ausbildungsengagement der Chemie-Unternehmen zusätzlich durch den Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ unterstützt. Hierin verpflichten sich die Arbeitgeber bis zum Ende des Tarifvertrags im Jahr 2013, eine festgelegte Anzahl von Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen. Mit ihrem Einsatz für Ausbildung betreiben die Chemie-Unternehmen demografische Vorsorge und investieren umfassend in die eigene Nachwuchssicherung: Etwa zwei Drittel der Ausbildungsangebote entfallen auf klassische MINT-Berufe (z.B. Chemikanten, Pharmakanten, Labor-, Mechaniker- und Elektroberufe) mit jährlichen Kosten von bis zu 30.000 Euro je Ausbildungsplatz.
 
Ausbildung geht vor Übernahme
 
Von der Entscheidung zur Bereitstellung eines Ausbildungsplatzes über die Rekrutierungsphase, die Dauer der Ausbildung bis hin zum Berufseinstieg der Fachkraft nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss vergehen je nach Berufsbild drei bis fünf Jahre. Der tarifliche Grundsatz „Ausbildung geht vor Übernahme“ schafft hier für die Betriebe der Chemie-Branche eine verlässliche Basis für die jeweilige Ausbildungsplanung. Auch motiviert dieser Grundsatz viele Unternehmen dazu, sich gerade bei schwächeren Bewerbern im Zweifelsfall pro Ausbildung zu entscheiden und auch über den eigentlichen Bedarf hinaus auszubilden.
 
Mehr Chancen für junge Menschen
 
Auf der Grundlage des Ausbildungs-Tarifvertrages haben die Unternehmen ihr Ausbildungsengagement ausgeweitet. So können deutlich mehr junge Menschen von der qualitativ hochwertigen Ausbildung in der Chemie-Branche profitieren. Im Jahr 2012 wurden mehr als 9.500 neue Ausbildungsplätze angeboten. Gegenüber dem Jahr 2003 ist dies ein Plus von über 11 Prozent. Das sind rund 1.000 Ausbildungschancen mehr, die Jugendlichen berufliche Perspektiven eröffnen. Die Ausbildungsbilanz 2013 wird gegen Ende dieses Jahres vorliegen.
 
Herausforderungen der Zukunft meistern
 
Die demografische Entwicklung mit weniger Schulabgängern, einer zunehmenden Neigung zur Aufnahme eines Studiums und einer weiterhin hohen Anzahl junger Menschen mit fehlender Ausbildungsreife stellt jedoch auch die Chemie-Branche vor wachsende Herausforderungen. Mit der Kampagne „Elementare Vielfalt — Deine Ausbildung in der Chemie-Branche“ informieren die Chemie-Arbeitgeber umfassend über die zahlreichen Ausbildungsberufe und freie Ausbildungsplätze in der chemischen Industrie. Zusätzlich haben die Chemie-Sozialpartner BAVC und IG BCE das Instrument „Start in den Beruf“ bzw. „StartPlus“ etabliert, um Jugendlichen mit sozialen oder fachlichen Schwächen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Die bisherige Bilanz des Programms ist außerordentlich positiv: Etwa 80 Prozent der 2.750 Start-Teilnehmer seit 2000 haben im Anschluss eine duale Berufsausbildung begonnen oder einen anderen Qualifizierungsweg eingeschlagen.
 
Kernaufgabe Nachwuchssicherung
 
Für die Zukunft muss es darum gehen, diese Maßnahmen weiter voranzubringen, aber auch andere Möglichkeiten auszuschöpfen, die zur Stärkung der Fachkräftebasis der Chemie-Branche beitragen. Dies reicht von der Erschließung neuer Zielgruppen für die Ausbildung über kontinuierliche Qualitätsverbesserungen an Schulen bis hin zur Gestaltung moderner Ausbildungsberufe, die den Anforderungen des jeweiligen Beschäftigungssegments und den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht werden. Darüber hinaus gilt es, die berufliche Aus- und Weiterbildung in den Unternehmen weiter zu stärken sowie die finanzielle und personelle Ausstattung der Berufsschule als dualer Partner der Betriebe deutlich zu verbessern.
All dies trägt dazu bei, jungen Menschen eine gute Zukunftsperspektive zu geben und die Leistungsfähigkeit des Chemie-Standortes in Deutschland langfristig zu sichern.


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