BAVC-Erhebung
Führungskräfte in der Chemie-Branche

Rund 75 Prozent der Führungskräfte in der chemi­schen Industrie haben einen naturwissenschaftlich-technischen Bildungshintergrund. Gut ein Viertel aller AT-Angestellten ist weiblich. Dies sind zentrale Ergebnisse der jüngsten Führungskräftestruktur-Erhebung, die der BAVC in regelmäßigem Turnus durchführt. Die Umfrage gibt Aufschluss darüber, wie sich die branchenspezifische Struktur der Führungskräfte in Bezug auf ausgewählte Indikatoren (u.a. Zusammensetzung nach Berufsgruppen, Anteil weiblicher Führungskräfte) im Zeitverlauf entwickelt.
 
Führungskräfte-Begriff
 
Führungskräfte sind nach allgemeinem Verständnis Mitarbeiter eines Unternehmens, die mit weitreichenden Führungsaufgaben betraut sind (z.B. Vorstand, Geschäftsführer), eine Leitungsfunktion wahrnehmen oder eine Tätigkeit ausüben, die eine besonders hohe Qualifikation (i.d.R. einen Hochschulabschluss) erfordert. Im Rahmen der Führungskräfte­struktur-Erhebung 2012 zählen zu der Gruppe der Führungskräfte alle Leitenden Angestellten (LA) sowie alle Mitarbeiter eines Unternehmens, die außertariflich (AT) vergütet werden.
 
Datenbasis der Erhebung 2012
 
Die Daten zur jüngsten Führungskräftestruktur-Erhebung wurden im Zeitraum August 2012 bis März 2013 erhoben. Insgesamt konnten 538 Betriebe mit 223.000 Beschäftigten für die Auswertung berücksichtigt werden (Erhebung 2007: 408 Betriebe, 231.000 Beschäftigte). Die Gesamtzahl der damit erfassten Führungskräfte (LA und AT-Angestellte) beläuft sich bundesweit auf über 37.000 Personen (2007: 36.000).
Bei der Interpretation der Umfrage-Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass der Anteil der Betriebe mit weniger als 200 Beschäftigten im Jahr 2012 mit über 60 Prozent im Vergleich zu 2007 (46 Prozent) besonders hoch ausfällt. Zudem ist ein spürbarer Rückgang bei der Beteiligung von Großunternehmen (1.000 und mehr Beschäftigte) zu verzeichnen.
 
Über 25 Prozent weibliche AT-Angestellte
 
Insgesamt wurden rund 29.600 AT-Angestellte erfasst. Ihr Anteil an allen Beschäftigten (223.000) beträgt 13,3 Prozent. Im Jahr 2007 lag der Anteil noch bei 11,8 Prozent. Über 25 Prozent der erfassten AT-Angestellten sind weiblich. Im Vergleich zum Jahr 2007 ist ihr Anteil um gut 5 Prozentpunkte gestiegen. Damit setzt sich der langjährige positive Trend beim Zuwachs weiblicher AT-Angestellter fort.
Im Rahmen der Erhebung können für rund 16.500 AT-Angestellte Aussagen in Bezug auf die Berufsgruppe getroffen werden. Etwa 75 Prozent von ihnen haben einen naturwissenschaftlich-technischen Bildungshintergrund. Der Anteil von Frauen beträgt in der Gruppe der naturwissenschaftlich-technischen AT-Angestellten gut 23 Prozent. In der Gruppe der nicht natur­wissenschaftlich-technischen AT-Angestellten inklu­sive Betriebs- und Volkswirten, Kaufleuten und Juristen liegt dieser über 35 Prozent.
 
MINT-Kompetenzen dominieren
 
Zusätzlich zu den AT-Mitarbeitern wurden mit der Umfrage über 8.000 Leitende Angestellte erfasst. Ihr Anteil an allen Beschäftigten beträgt im Jahr 2012 rund 3,6 Prozent. Im Jahr 2007 lag der Anteil bei 3,8 Prozent. Der Anteil der weiblichen LA beläuft sich 2012 auf 11,2 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Jahres 2007. Hier ist nochmals auf mögliche strukturelle Auswirkungen durch die geringere Beteiligung von Großunternehmen in der Erhebung 2012 hinzuweisen.
Für rund 5.500 Leitende Angestellte können Aussagen in Bezug auf die Berufsgruppe getroffen werden. Auch hier haben drei Viertel der erfassten Mitarbeiter einen naturwissenschaftlich-technischen Bildungshintergrund. Damit spiegelt sich insgesamt die besondere Bedeutung von MINT-Kompetenzen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie auch in der Struktur der Führungskräfte-Qualifikation wider.
 
Leserdienst
Den Kurzreport zur BAVC-Führungskräftestruktur-Erhebung 2012 können Sie kostenlos als pdf-Datei anfordern unter leserdienst@bavc.de
 
Standpunkt von BAVC-Präsidentin Margret Suckale
 
„Die Entwicklung der Führungskräftestruktur  in der Chemie verändert sich und ist gleichzeitig stabil: Einerseits steigt der Anteil weiblicher Führungskräfte Jahr für Jahr an. Andererseits dominieren unverändert die MINT-Qualifikationen das Profil der Führungskräfte in der chemischen Industrie. Die Ergebnisse zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind: Wir wollen mehr Frauen für Führungspositionen in unserer Branche gewinnen. Und wir wollen den Nachwuchs für naturwissenschaftlich-technische Bildung begeistern.
Nur wenn uns beides gelingt, wird die Branche auch weiterhin erfolgreich sein.“


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