Demografischer Wandel
Leitbild für altersgemäßes Arbeiten

Der demografische Wandel ist ohne ein neues Bild vom Alter nicht zu bewältigen, so die Kernthese der jüngsten Publikation der Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA) „Ein Leitbild für altersgemäßes Arbeiten“.
Die bestehenden Bilder von Jungen und Älteren stimmen vielfach mit der Wirklichkeit nicht mehr überein und müssen daher neu gedacht werden. 
 
Vom Defizit- zum Kompetenzdenken
 
Alter erscheint heutzutage viel zu häufig noch immer als etwas Defizitäres und wird mit sinkender Produk­tivität und einer Schwächung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gleichgesetzt. Dieses Bild muss nicht zwingend zutreffend sein. Unternehmen sollten die Stärken der älteren Beschäftigten — wie beispielsweise mehr Erfahrung, besseres Urteilsvermögen und größeres Verantwortungsbewusstsein — besser nutzen und zielgerichteter als zuvor einsetzen. Dies kann durch ein altersgerechtes Management erfolgen.
 
Dabei werden vielfältige Anforderungen sowohl an Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer gestellt, um lang­fristig die Arbeitsfähigkeit zu stärken. Bereits im Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ von 2008 wurden verschiedene Instrumente entwickelt, mit denen Unternehmen und Beschäftigte den demografischen Wandel gestalten können. Dazu gehören Elemente wie die Etablierung einer alters- und gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung und Arbeitsorganisation, Schritte zur Qualifizierung während des gesamten Arbeitslebens sowie die Sicherung des Erfahrungs- und Wissenstransfers.
 
Diese finden sich im Leitbild der CSSA wieder. Hier geht es zum einen um ergonomische Arbeitsplätze, den Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und eine altersgemäße Führung.
Zum anderen soll ein besseres Lernklima geschaffen werden. Dies beinhaltet mehr Aus- und Weiterbildung für alle Beschäftigten. Des Weiteren sollen Junge und Ältere zusammen und nicht getrennt voneinander arbeiten. Altersgemischte Teams können von den Stärken der jeweiligen Altersgruppe profitieren. Darüber hinaus haben Junge und Ältere so täglich die Möglichkeit, sich kennenzulernen und wertzuschätzen.
 
Diversity-Kultur stärken
 
Da der demografische Wandel nicht nur ein Thema für Ältere ist, wurden mit der Fortentwicklung des Demografie-Tarifvertrages in der chemischen Industrie 2012 neue Optionen geschaffen, mit denen Beschäftigte ihre Arbeitszeit je nach Lebensphase gestalten können. Dies führt zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Beim altersgerechten Management geht es somit auch um die Vielfalt von Jungen, Älteren, Frauen und Männern unterschiedlicher Kulturen in den Unternehmen (Diversity). Wenn Unternehmen diese Vielfalt annehmen und konstruktiv nutzen, motivieren sie nicht nur ihre Beschäftigten, sondern steigern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber.
 
Gemeinsam zum Erfolg
 
In den zehn Kapiteln des Leitbildes werden Anregungen gegeben, wie Junge und Ältere gemeinsam erfolgreich arbeiten können. Hierzu sind auch vielfältige Erfahrungen von Unternehmen aus der chemischen Industrie eingeflossen.
So heißt es im aktuellen CSSA-Newsletter: „Das ‚Leitbild für altersgemäßes Arbeiten‘ will dazu beitragen, dass die Älteren nicht abgeschrieben, sondern als das wahrgenommen werden, was sie sind: lebendige, produktive und kreative Menschen. Ihre in vielen Lebens- und Berufsjahren angesammelte Erfahrung kann eine produktive Quelle sein — wenn die Unternehmen es verstehen, diese zu nutzen.“
 
Altersstruktur in der Chemie-Branche
 
Die aktuelle Auswertung des BAVC zur Altersver­teilung in der Chemie-Branche zeigt, dass der demo­grafische Wandel vor den Werkstoren nicht halt macht. Allein im Zeitraum von 2000 bis 2012 ist der Anteil der über 50-jährigen Beschäftigten in der Chemie von 22,2 Prozent auf 31,2 Prozent gestiegen. Im Jahr 2012 betrug der Altersdurchschnitt der Beschäftigten 42,6 Jahre.
Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihren künftigen Fachkräftebedarf vor dem Hintergrund einer sinkenden Zahl verfügbarer Arbeitskräfte zu decken. Im Sinne einer Doppelstrategie gilt es, sowohl die Bemühungen um qualifizierten Nachwuchs — etwa durch eigene Ausbildung — weiter zu forcieren als auch die Potenziale besser zu nutzen, die bereits in den Unternehmen vorhanden sind.
 
Leserdienst
Das „Leitbild für altersgemäßes Arbeiten — wie Junge und Ältere gemeinsam erfolgreich arbeiten“ erhalten Sie als pdf oder als gedruckte Version über www.cssa-wiesbaden.de


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