Umfrage zu TV Demo und TEA:
Tarifliche Altersvorsorge

Die jüngste Umfrage zur Umsetzung der tariflichen Regelungen nach dem TV Demo und dem TEA zeigt: Vier von fünf Beschäftigten in der Chemie sorgen tariflich fürs Alter vor. Bei den Auszubildenden nutzen 43 Prozent diese Möglichkeit. Von den AT-Mitarbeitern bzw. Leitenden Angestellten nehmen 29 Prozent an dieser tariflichen Regelung teil.

Verbreitungsgrad von rund 82 Prozent

Im Vergleich zur vorherigen Umfrage (2013) ist eine Zunahme bei den Tarifbeschäftigten um etwa drei Prozentpunkte auf 82 Prozent zu verzeichnen. Im Vergleich zum Jahr der ersten Umfrage (2002) konnte der Teilnahmegrad sogar um 60 Prozentpunkte gesteigert werden. Zu berücksichtigen ist, dass Ende 2011 die vollständige Umstellung von den ehemals vermögenswirksamen Leistungen auf den Entgeltumwandlungsgrundbetrag stattgefunden hat, der nunmehr ausschließlich für die tarifliche Altersvorsorge zur Verfügung steht. Knapp 20 Prozent der Tarifbeschäftigten nehmen allerdings die für sie „kostenlose“ tarifliche Leistung noch immer nicht in Anspruch. Ziel muss es sein, auch diesen Personenkreis zukünftig zu erreichen.

Nach den Größenklassen der teilnehmenden Unternehmen aufgeteilt, ergibt die Auswertung bei Unternehmen bis zu 250 Mitarbeitern einen Nutzungsgrad von knapp 83 Prozent und bei den Unternehmen über 250 Mitarbeitern einen von etwa 81 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass die tarifliche Altersversorgung in der chemischen Industrie sowohl in den kleineren wie auch in den größeren Unternehmen stark verbreitet ist.

Durchschnittlicher Umwandlungsbetrag von 995 Euro

Im Jahr 2016 betrug der durchschnittliche Umwandlungsbetrag bei den an der Entgeltumwandlung teilnehmenden Chemie-Tarifbeschäftigten 995 Euro; er lag damit wiederum leicht höher als in den Vorjahren.

Die Beschäftigten in der chemischen Industrie haben die Möglichkeit, neben dem Entgeltumwandlungsgrundbetrag zusätzliche Entgeltbestandteile in die tarifliche Altersvorsorge einzubringen. Hierfür können sie auf tarifliche Einmalzahlungen, Urlaubsgeld, Teile des laufenden Tarifentgelts sowie sonstige übertarifliche Einmalbezüge zurückgreifen. Seit dem Jahr 2016 sind die Demografiebeträge 1 und 2 zu einem Betrag zusammengefasst. Dieser steht vollständig oder in Teilen ebenfalls für die tarifliche Altersversorgung zur Verfügung (sofern in der betrieblichen Vereinbarung zum Demografiefonds so vorgesehen oder falls der Betrieb der Auffangregelung für Betriebe bis zu 200 Beschäftigten unterfällt).

Die Umfrage zeigt, dass 37 Prozent der an der tariflichen Altersvorsorge teilnehmenden Tarifbeschäftigten lediglich den Entgeltumwandlungsgrundbetrag und die Chemie-Tarifförderung I umwandeln. Es gilt also, neben einer möglichst umfassenden Verbreitung auch weiter an einer Anhebung des individuellen Umwandlungsbetrages zu arbeiten, um drohende Lücken in der Altersversorgung der Beschäftigten ausgleichen zu können. Denn nur 28 Prozent wandeln bisher aktiv aus dem laufenden Entgelt oder den Sonderzahlungen Geld in die Altersvorsorge um. Sofern weitere Entgeltbestandteile umgewandelt wurden, so waren dies 2016 am häufigsten die Demografiebeträge.

Alle Durchführungswege werden genutzt

Angeboten und auch genutzt werden in der chemischen Industrie für die tarifliche Altersvorsorge alle fünf Durchführungswege (Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds). Die Auswahl der Durchführungswege erfolgt dabei durch den Arbeitgeber. In der Regel werden dabei mehrere Durchführungswege in einem Betrieb angeboten.

Die Chemie-Tarifbeschäftigten nutzten 2016 aus diesem Angebot am häufigsten eine Pensionskasse (36 Prozent), eine Direktversicherung (26 Prozent) oder verfügten über eine Direktzusage (27 Prozent). Der ChemiePensionsfonds wurde von 13 Prozent der Tarifbeschäftigten genutzt und eine Unterstützungskasse von 10 Prozent. Andere Pensionsfonds spielten mit unter 1 Prozent praktisch keine Rolle. Zu beachten ist, dass einige Beschäftigte mehrere Durchführungswege parallel verwendeten. Diese Vielfalt beruht vor allem auf der langen Tradition der chemischen Industrie in der betrieblichen Altersversorgung. Dementsprechend existierte zu Beginn der tariflichen Altersvorsorge Ende der 1990er Jahre bereits eine Vielzahl von (über-)betrieblichen Versorgungseinrichtungen. Diese werden in der Regel auch für die in den letzten 20 Jahren schrittweise entstandenen tariflichen Leistungen genutzt.

Auch die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung bleibt stark

Anhand der Umfrage ist zu erkennen, dass die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung in der chemischen Industrie nach wie vor stark verbreitet ist.

Davon profitieren 73 Prozent der Tarifbeschäftigten und 91 Prozent der AT-Mitarbeiter bzw. der Leitenden Angestellten. Die Verbreitung ist damit stabil (2013: 69 Prozent, 2010: 70 Prozent der Tarifbeschäftigten). Kleinere Abweichungen gegenüber den vorangegangenen Erhebungen dürften aus der Beteiligung unterschiedlicher Unternehmen an der Umfrage resultieren.

Gegenüber früheren Jahren ist damit trotz des deutlichen Ausbaus der tariflichen Altersvorsorge und der steigenden Regulierungsdichte sowie Kostenbelastung der betrieblichen Altersversorgung bisher kein Rückgang der Verbreitung der zusätzlichen, ausschließlich arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung in der chemischen Industrie festzustellen.

 

 

Serie zu Tarifverträgen:
Unsere fünfteilige Serie zu den Chemie-Tarifverträgen können Sie nachlesen auf unserer Website www.bavc.de


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