Konjunktur
Heftiger Gegenwind

Eine weiterhin schwächelnde Konjunktur, sinkende Verkaufspreise, negative Währungseffekte, Belastungen durch hohe Energie-, Arbeits- und Rohstoffkosten: Die Chemie-Branche spürt aktuell heftigen Gegenwind und musste konjunkturell zuletzt erneut einen Gang zurückschalten. Die Geschäfte haben sich von Juli bis September schlechter entwickelt als im Vorquartal. Die Dynamik in der Chemie ist weiter gering und das Rückschlagpotenzial hoch.
Die Kennzahlen des dritten Quartals verdeutlichen, dass es derzeit in der Chemie-Industrie nicht rund läuft. Gegenüber dem Vorquartal stagnierte die Chemie-Produktion. Erstmals war das Auslandsgeschäft rückläufig. Der Umsatz sank gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um 1 Prozent, denn trotz anziehender Rohstoffkosten lagen die Chemie-Erzeugerpreise zum Vorquartal um 1 Prozent niedriger. Die Beschäftigung war weiterhin stabil und lag im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent höher.
 
Umsatzprognose erneut gesenkt
 
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet weiterhin damit, dass die Chemie-Produktion im Gesamtjahr 2013 um 1,5 Prozent steigen wird. Der anhaltend negative Preistrend führt dazu, dass die Chemikalienpreise mit voraussichtlich minus 1 Prozent (vorher minus 0,5 Prozent) stärker sinken werden als bisher angenommen. Deshalb wurde die Prognose für die Umsatzentwicklung 2013 ein weiteres Mal reduziert, auf nunmehr nur noch 0,5 Prozent.
 
Sinkende Erzeugerpreise
 
Die nur verhaltene Nachfrage setzt die Verkaufspreise unter Druck — sie sinken. Insgesamt liegen die Chemie-Erzeugerpreise im dritten Quartal 2013 nunmehr um 1,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Da gleichzeitig die Preise wichtiger Rohstoffe — wie etwa Naphtha — ansteigen, geraten die Margen der Chemie-Firmen stärker unter Druck. Hinzu kommt, dass der starke Euro den Umsatz und das Betriebsergebnis vieler Chemie-Unternehmen zusätzlich belastet. Vor allem die in US-Dollar, japanischem Yen und wichtigen latein­amerikanischen Währungen erzielten Umsätze werden geschmälert  — nach Umrechnung in Euro.
 
Tarifrunde: Wettbewerbsfähigkeit stärken
 
Steigende Lohnstückkosten und die im internationalen Vergleich hohen Energie- und Rohstoffkosten nagen an der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie-Industrie. Seit zehn Quartalen bewegt sich die Chemie-Konjunktur nunmehr seitwärts. Unter dem Strich steht ein stagnierendes Geschäft bei steigenden Kosten. Das wirtschaftliche Umfeld ist weiterhin unbeständig und die konjunkturellen Unsicher­heiten halten an. In der Chemie-Tarifrunde 2014 muss deshalb die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt stehen. Die Schere zwischen kräftigen Tariferhöhungen und rückläufiger Produktivität darf nicht weiter auseinander gehen.


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