Chemie³-Konferenz in Berlin
Gemeinschaftsaufgabe Nachhaltigkeit

Chemie³ hat die Hauptstadtbühne betreten – eine doppelte Premiere: Erstmals hat die gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiative von BAVC, VCI und IG BCE am 12. November den Aus-tausch mit Politik und Öffentlichkeit gesucht. Und erstmals hat Chemie³ dabei einen Mitveranstalter an seiner Seite gehabt, und zwar nicht irgendeinen: Denn der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ist immerhin das Beratungsgremium der Bundesregierung in Sachen Nachhal-tigkeit. Der Teilnehmerkreis war mit über 200 Personen nicht nur groß, sondern auch hochkarätig: Kanzleramtschef Peter Altmaier fand sich ebenso ein wie der neue VCI-Präsident Marijn Dekkers oder der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis.
Der Tag war zweigeteilt: Stand der Vormittag noch im Zeichen einer großen Diskussionsrunde vor dem gesamten Auditorium, folgte der Nachmittag der Workshop-Logik kleiner Debattierkreise mit thematischen Schwerpunkten.

Lob und Ermunterung für Chemie³

Nach einem Grußwort der RNE-Vorsitzenden Marlehn Thieme und einer Videobotschaft der BAVC-Präsidentin Margret Suckale im Namen von Chemie³, in der sie Transparenz als eines der Hauptanliegen der Nachhaltigkeitsinitiative bezeichnete, wurde schnell deutlich, welcher Tonfall die Debatte prägen würde. Ja, Chemie³ sei vorbildlich, da als Brancheninitiative einmalig; ja, der Chemie³-Nachhaltigkeits-Check sei ein geeignetes Instrument, um das Thema in der Branche voranzubringen; ja, Nachhaltigkeit, so besonders Kanzleramtschef Altmaier, müsse ein Business Case sein. Indes: Chemie³ solle sich bei aller Vorbild- und Pionierhaftigkeit um den Dialog mit anderen Branchen bemühen. Die Initiative müsse den Anschluss an bestehende Nachhaltigkeitsstandards, etwa den vom RNE ent­wickel­ten Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), suchen. Und schließlich: Sie komme nicht umhin, ihren Fortschritt zu belegen.

Vertieft wurden die in der großen Runde aufgeworfenen Fragen in den nachmittäglichen Fachforen. Diskutiert wurde über die strategische Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen, eine für Mensch und Umwelt sichere Produktion, den Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Innovation sowie die Herausforderung Demografie.

Demografie: Herausforderung und Chance

Das letztgenannte Forum, vorbereitet von den Sozialpartnern BAVC und IG BCE, wurde spon-tan umbenannt in »Chance Demografie«. Weit davon entfernt, die gesellschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Umbrüche im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel zu leugnen, gelangten Diskutanten und Publikum schnell zu der Überzeugung, dass man dem Thema durchaus mit Optimismus begegnen könne. Älterwerden sei als solches schließlich erfreulich und könne – Stichwort »gemischte Teams« – bereichernd auf die Arbeitswelt wirken. Harald Schaub, der als BAVC-Vorstandsmitglied die Rolle des Gastgebers innehatte, bestätigte diese positive Haltung und empfahl sie all jenen, die beim Thema Demografie etwas bewegen wollen.

Mentalitätswandel fortsetzen

Beherzt und kontrovers nahmen die Diskutanten zwei Arten von Instrumenten in den Blick, mit denen sich der demografische Wandel in der Arbeitswelt gestalten lässt: Tarifpolitik und Perso-nalpolitik. Während BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller und IG BCE-Vorstandsmitglied Peter Hausmann sich auf die tarifpolitischen Instrumente konzentrierten, nahm Conti-Betriebsrat Daniel Pfaff in seinen Beiträgen die betriebliche Personalpraxis in den Blick.

Den Finger in die Wunde legte Reimund Overhage, Leiter des Referats HR-Strategien im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der von einer Untersuchung der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) berichtete. Diese habe zutage gefördert, dass nur ein kleiner Teil der Unternehmen in Deutschland (zirka 15 Prozent) eine strategische Personalplanung betreibe, die über drei Jahre hinausgehe. Wissenschaftlich unterlegt wurde die Diskussion von Thusnelda Tivig, die als Demografie-Expertin und Professorin für Wachstum und Konjunktur an der Uni Rostock den Einfluss des demografischen Wandels auf die Chemie-Branche untersucht hat. Ausgehend von zwei Szenarien für die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen, legte sie BAVC und IG BCE ans Herz, »Altern im Beruf« zu einem zentralen Thema sozialpartnerschaftlicher Politik zu machen.

In einem waren sich alle einig, ob Wissenschaft, Politik oder Sozialpartner, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, ob Alt oder Jung: Nur mit einem Mentalitätswandel bei allen Beteiligten, der sich letztlich in konkreten Verhaltensänderungen niederschlägt, wird sich die demografische Herausforderung meistern lassen.

Wichtiger Impulsgeber: die junge Generation

Apropos jung: Da Nachhaltigkeit ein Thema ist, das die Gestaltung von Zukunft im Blick hat, haben Chemie³ und RNE systematisch Vertreter der jungen Generation zu Wort kommen lassen. Sowohl im Plenum als auch in den Fachforen hatten Repräsentanten etwa des Think Tank 30 der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome oder der IG BCE-Jugend Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge in die Debatten einzubringen. Als Thema, das den jungen Leuten auf den Nägeln brennt, hat sich etwa die »Arbeitswelt von morgen« erwiesen: Ist die absehbare Entgrenzung von Arbeitszeit und -ort Segen oder Fluch, verheißt sie Autonomie oder Selbstausbeutung? Frischer Wind – das hat die mitdiskutierende Jugend in Berlin wieder einmal vor Augen geführt – tut gut in Sachen Nachhaltigkeit!

»Nur mit einem Mentalitätswandel bei allen Beteiligten ist die demografische Herausforderung zu meistern.«

Nähere Infos und ein Video zur Veranstaltung finden Sie unter www.chemiehoch3.de

 



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