Chemie³:
Messbar nachhaltig

Chemie³, die Nachhaltigkeitsinitiative von BAVC, IG BCE und VCI, sorgt für Transparenz: 2013 haben sich die Allianzpartner daran gemacht, für mehr Nachhaltigkeit in der Branche zu sorgen und nach außen für diesen Politikansatz der Selbstbestimmung zu werben: Wir schaffen das alleine! Nun hat die Initiative auf einer Veranstaltung in Berlin ein Gerüst von Nachhaltigkeitsindikatoren vorgestellt, mit dem sich die Branche künftig messen lassen will: an sich selbst im Zeitablauf — Werde ich besser? — und an anderen: Werde oder bin ich besser im Vergleich zum Rest der Wirtschaft?

Keine Transparenz ohne Indikatoren

Damit setzt Chemie³ den vor drei Jahren eingeschlagenen Weg konsequent fort. Viel hat die Initiative bisher auf den Weg gebracht, um Nachhaltigkeit — das Prinzip der Zukunftsfähigkeit — als Leitidee und mit konkreten Instrumenten in der Branche zu verankern: Ein »Nachhaltigkeits-Check« für kleine und mittlere Unternehmen wurde ebenso entwickelt wie ein Leitfaden für die Nachhaltigkeits-Berichterstattung. Auch haben die Sozialpartner die gemeinsame Bildungseinrichtung für Nachhaltigkeitsfragen So.WIN (Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit) ins Leben gerufen. Nun aber geht es ans Eingemachte: von der Ankündigung zur Berichterstattung, vom Versprechen zu dessen Einlösung.

Ein Nachhaltigkeitsbild der Branche: 40 Indikatoren, …

Nicht weniger als 40 Indikatoren haben die Chemie³-Allianzpartner entwickelt, um »den Erfolg der Initiative belegbar« zu machen, so eines der offiziellen Ziele für den Zeitraum 2013 bis 2017. »Nachhaltigkeit« wird dabei als Ausrichtung der Branche in drei Bereichen — oder »Dimensionen« — verstanden: ökonomisch, ökologisch, sozial. Künftig kann die deutsche Chemie anhand von Indikatoren wie Bruttowertschöpfung, Weltmarktanteil oder Ausgaben für Forschung und Entwicklung zeigen, wie sich ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit — die ökonomische Dimension — entwickelt. Die Umwelt-Performance der Branche spiegelt sich in einem Set von ökologischen Indikatoren wider: Hier sind etwa die Treibhausgasemissionen oder der Rohstoffeinsatz zu nennen. Neuland wird mit der Erfassung der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit betreten: Nie zuvor hat eine Branche — Wirtschaft und Gewerkschaft — ein gemeinsames Verständnis dessen entwickelt, was als sozialer Fortschritt zu gelten hat — und wie sich dieser Fortschritt erfassen lässt. Heraus kam eine ganze Reihe von (17) Indikatoren: Tarifbindung, Ausbildungsplätze, Investitionen in Weiterbildung, Sozialpartnerschaft — um nur wenige zu nennen.

… die erst mal gefunden werden mussten

Um die geeigneten Indikatoren für jede der drei Dimensionen zu finden, gingen die Allianzpartner arbeitsteilig vor: Der VCI nahm sich Ökonomie und Ökologie vor und identifizierte in einem mehrstufigen Verfahren die für die chemische Industrie geeigneten Kennziffern. Ähnlich und doch vollkommen anders BAVC und IG BCE als Experten fürs Soziale: ähnlich, weil auch BAVC und IG BCE ein Projekt aufsetzten, in dem systematisch vorhandenes Material gesichtet und die Anschlussfähigkeit an die internationale Nachhaltigkeitsdebatte angestrebt wurde; vollkommen anders, weil die Sozialpartner von Beginn an einer Aushandlungslogik folgten. Denn was unter »sozial nachhaltig« zu verstehen ist, welche Themenfelder zwingend in den Definitionsbereich gehören und wie sich Fort- oder Rückschritte dort jeweils per Indikator abbilden lassen, ist Verhandlungssache.

Und so kamen die Sozialpartner in ihren Beratungen zu dem Schluss, dass sie die soziale Entwicklung der Branche dort, wo möglich, in Zahlen gießen wollen: das Durchschnittseinkommen, wo es um »Löhne/Gehälter« geht, die Anzahl der Ausbildungsplätze, wo das Thema »Ausbildung« in den Blick genommen wird, usw. Im gleichen Atemzug hoben und heben sie jedoch hervor, dass sich ein Gutteil des sozialen Branchenfortschritts der Quantifizierbarkeit entzieht: Wie kann etwa die komplexe und historisch gewachsene Beziehung »Sozialpartnerschaft« auf eine simple Kennziffer reduziert werden? Wie »Vielfalt und Chancengleichheit«? Zahlen, die den Anspruch erheben, Auskunft über die Nachhaltigkeitsleistung einer Branche zu geben, dürfen keine nackten Zahlen sein. Sie müssen in einen Kontext, in eine schlüssige Gesamterzählung eingebettet werden.

Vorstellung der Indikatoren in Berlin

Auf der Veranstaltung »Innovation für eine nachhaltige Entwicklung« am 18. November in Berlin hatte Chemie³ Gelegenheit, sein Nachhaltigkeitsverständnis — Gleichrangigkeit von wirtschaftlich, ökologisch und sozial — und seinen Transparenzansatz vorzustellen. Mehr als 200 Teilnehmer wohnten hochkarätig besetzten Diskussionsforen bei und konnten sich über ein Dialogtool live in die Debatten einbringen. Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, gehörte ebenso zu den illustren Diskutanten wie Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, Kai Beckmann, stellvertretender Vorsitzender des BAVC, oder VCI-Präsident Kurt Bock. Den Chemie³-Protagonisten sah eine Schar von Nachhaltigkeitsexperten aus Wissenschaft, Praxis und Ministerialbürokratie sowohl im Plenum als auch in themenspezifischen Dialogforen kritisch über die Schulter — Feedback war erwünscht!

Als das Berliner Bühnenlicht erloschen war, herrschte Einigkeit unter den Chemie-Vertretern: Jetzt wird’s ernst, ab 2018 wird gemessen und veröffentlicht. Aber auch: Ernsthaftigkeit verleiht Glaubwürdigkeit.

 

Nähere Informationen zur Nachhaltigkeitsinitiative finden Sie unter www.chemiehoch3.de

 

Standpunkt

Margret Suckale
BAVC-Präsidentin

»Wer Fortschritte erzielen will, muss wissen, wo er steht. Deshalb messen wir in der Chemie-Industrie unser Handeln in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Ein echter Fortschritt sind besonders unsere 17 Indikatoren für soziale Nachhaltigkeit. Keine andere Branche stellt sich hier so transparent auf wie die Chemie. «



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