Europäische Chemie-Sozialpartner
Strategien für aktives Altern

Aktiv altern — das ist nicht nur Wunschtraum vieler und Leitbild einer Gesellschaft, die das „alte Eisen“ früherer Zeiten durch die „jungen Alten“ ersetzt hat, sondern auch das Motto eines für 2012 ausgerufenen europäischen Jahres. Dem Thema „Active Ageing“ sind zahlreiche Veranstaltungen der EU-Kommission in Brüssel und andernorts gewidmet.
 
Handlungsfeld Demografie
 
Auch die europäischen Chemie-Sozialpartner, die das Feld des demografischen Wandels schon länger gestalten, haben sich die Themen „aktives Altern“ und „Age Management' in den Unternehmen unserer Branche auf die Fahne geschrieben: Im Rahmen eines von der EU-Kommission geförderten Projekts sind ECEG (European Chemical Employers Group), EMCEF (European Chemical, Mine and Energy Workers‘ Federation) und FECCIA (European Federation of Managers in the Chemical Industry) der Frage nachgegangen, wie sich die Auswirkungen des demografischen Wandels — Alterung der Belegschaften, Know-how-Verlust, Fachkräftemangel usw. — in den Griff bekommen lassen, damit die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in Europa ebenso erhalten bleibt wie das hohe Beschäftigungsniveau.
 
EU-weite Unternehmensbefragung
 
Die Antwort lautet: Die Chemie tut viel, aber noch nicht genug. Nach einer online durchgeführten Unternehmensbefragung, deren erste Ergebnisse jetzt vorliegen, ist das Bewusstsein für den demografischen Wandel und die damit einhergehenden Herausforderungen in der europäischen Chemie durchaus geschärft; es gibt kaum Unternehmen, die den Handlungsdruck in Vogel-Strauß-Manier leugnen. Und so spielt das Thema in der überwiegenden Zahl der Betriebe eine Rolle und wird mit den Beschäftigten in Betriebsräten oder anderen Foren diskutiert. Auch sind etwa Altersstrukturanalysen weit verbreitet. Allerdings weist das Age Management an vielen Ecken noch Defizite auf. Nach den bisher vorliegenden Daten werden noch zu wenig Anreize für einen möglichst langen Verbleib im Erwerbsleben gesetzt. Auch ist der Einsatz älterer Beschäftigter als Mentoren für jüngere Kollegen kaum verbreitet. Hier gilt es, noch viele Erfahrungsschätze zu heben.
 
Internationale Konferenz in Prag
 
Diese und andere Erkenntnisse wurden auf einer Konferenz in Prag vorgestellt und diskutiert, die das Thema „Active Ageing Strategies in the European Chemical Industry“ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet hat. Mitte März tauschten sich europäische und nationale Sozialpartner, tschechische und deutsche Unternehmen, EU-Kommission und Wissenschaftler darüber aus, was auf den jeweiligen Ebenen bereits getan wird und wo Age Management verbessert werden kann. Eines war allen Beiträgen gemeinsam: Als Dreh- und Angelpunkt dienten die Erfahrungen und Lösungsstrategien der europäischen Chemie. Diese braucht sich im Sektorenvergleich nicht zu verstecken: In Europa nimmt unsere Branche nach einhelliger Meinung der Diskutanten die Rolle eines „Eisbrechers“ ein. Die chemische Industrie hat die demografische Herausforderung als strategisches Handlungsfeld erkannt. Auf nationaler und europäischer Ebene werden passende Lösungsansätze entwickelt.
 
Weitere Informationen
 
Präsentationen der Fachtagung und Ergebnisse der europäischen Unternehmensbefragung finden Sie unter www.demographicsinchemistry.eu
 


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