Ausbildungstarifvertrag:
Erfolgsgeschichte fortsetzen

Gute Ausbildung mit Perspektive — der Tarifvertrag »Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg« der chemischen Industrie bietet jungen Menschen ein hohes Ausbildungsplatzangebot bei gleichzeitig sehr guten Übernahmechancen. Unternehmerische Verantwortung verbunden mit dem Grundsatz »Ausbildung geht vor Übernahme« ist die Formel, die den Tarifvertrag seit 2003 zu einer Erfolgsstory gemacht hat: Aktuell bietet die Branche über 9.200 Ausbildungsplätze an. Über 90 Prozent der Jugendlichen werden im Anschluss an ihre Ausbildung übernommen. Vor dem Hintergrund eines sich verändernden Ausbildungsmarktes gilt es, den Tarifvertrag weiterzuentwickeln und zukunftsfest zu machen. Ziel muss es sein, Chancen für junge Menschen zu eröffnen und die Fachkräftebasis der chemischen Industrie zu stärken.

Ausbildungsmarkt im Wandel

Innovation und Forschung sind Bestandteil der Chemie-DNA. Als Hightech-Industrie ist die Branche auf motivierte und qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Die duale Ausbildung ist eine wesentliche Säule der Nachwuchssicherung in der chemischen Industrie: Rund 28.000 junge Menschen werden zurzeit in der Branche ausgebildet. Ein besonderer Fokus liegt auf naturwissenschaftlichen und technischen Berufen, die rund zwei Drittel aller Ausbildungsverhältnisse ausmachen. Daher liegt es im Interesse der Unternehmen, sich bei Ausbildung und Nachwuchssicherung stark zu engagieren.

Allerdings verändern sich die Rahmenbedingungen: Die demografische Entwicklung schreitet voran und führt dazu, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler weiter zurückgehen wird. Über alle Schularten hinweg prognostiziert die Kultusministerkonferenz einen Rückgang der Schulabgängerzahlen um fast 15 Prozent in den nächsten 10 Jahren. Besonders stark betroffen ist das Segment der Realschüler, traditionell die Hauptklientel für viele Ausbildungsberufe. Gleichzeitig ist der Akademisierungstrend, also der Trend weg von der Ausbildung, unter den Jugendlichen ungebrochen: 2015 haben nur noch 516.000 junge Menschen eine Berufsausbildung begonnen — so wenige wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Gute Rahmenbedingungen — realistische Ziele

Beide Entwicklungen führen dazu, dass die Zahl der Jugendlichen abnimmt, die für eine Ausbildung grundsätzlich zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass es immer mehr junge Menschen gibt, die nach der Schule nicht die nötige Ausbildungsreife mitbringen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Veränderte familiäre und gesellschaftliche Strukturen, sprachliche oder kulturelle Barrieren sowie steigende Anforderungen in den Ausbildungsberufen sind nur einige Beispiele. Die Unternehmen reagieren bereits seit Längerem mit stärkeren Anstrengungen im Nachwuchsmarketing und zusätzlichen Hilfestellungen für Jugendliche auf den gesellschaftlichen Wandel. Hierbei kann der Ausbildungstarifvertrag auch künftig wertvolle Unterstützung leisten, indem er realistische Ziele in den Blick nimmt sowie zeitgemäße und gute Rahmenbedingungen für die Branche formuliert. Es gilt, die darin verankerten erfolgreichen Instrumente weiterzuentwickeln — für eine starke Chemie-Branche und eine starke duale Ausbildung.

Über den Ausbildungstarifvertrag

Der Ausbildungstarifvertrag wurde erstmals 2003 abgeschlossen und schrittweise zum Tarifvertrag »Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg« weiterentwickelt. Dieser betrachtet Nachwuchssicherung in der Chemie-Branche ganzheitlich und umfasst das Förderprogramm für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche (»Start in den Beruf«), Vereinbarungen zum Ausbildungsplatzangebot, Grundsätze zur Übernahme sowie den Karrierewegweiser »Berufskompass Chemie«. Im Rahmen des betrieblichen Förderprogramms »Start in den Beruf« wurden seit dem Jahr 2000 bereits über 3.700 junge Menschen mit rund 8,5 Millionen Euro durch den Unterstützungsverein der Chemischen Industrie (UCI) gefördert. Der UCI ist eine gemeinsame Einrichtung der Chemie-Sozialpartner. Im Rahmen des »Start in den Beruf«-Programms sammeln Jugendliche Erfahrungen in der Arbeitswelt und lernen die betrieblichen Anforderungen und Abläufe in unterschiedlichsten Berufsfeldern kennen. Im Anschluss an eine »Start«-Maßnahme beginnen rund 80 Prozent der jungen Menschen direkt eine Ausbildung oder schlagen einen anderen Qualifizierungsweg ein.

Ausbildung in der Chemie-Branche

28.000 junge Menschen absolvieren derzeit eine Ausbildung in der chemischen Industrie.

Über 50 Berufe im naturwissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Bereich werden angeboten.

90 Prozent aller Jugendlichen werden nach erfolgreicher Ausbildung übernommen.



Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf Impuls_06_2016_AusbildungsTV.pdf 3,1 MB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87